17 ° / 13 ° Sprühregen

Navigation:
Shakespeares blühende Fantasie

Botanischer Garten Shakespeares blühende Fantasie

Dass William Shakespeare ein Meister des Wortes war, ist bekannt. Aber dass der englische Barde auch eine große Kenntnis von Pflanzen hatte, wissen vielleicht die Wenigsten. Deshalb widmete der Botanische Garten dem Dramatiker zu seinem 400. Todestag den Thementag „Pflanzen in Shakespeares Welt“.

Voriger Artikel
180 Stufen in nur 51,38 Sekunden
Nächster Artikel
Rauchentwicklung auf Schulklo

Romeo (Axel Lentschat) und Julia (Anne Blüml) wandelten während der Shakespeare-Ausstellung durch den Botanischen Garten.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Auch die Pflanzenbörse lockte wieder viele zum grünen Areal der Universität.

 „Im elisabethanischen Zeitalter gab es noch keine aufwendigen Bühnenbilder. Aber Dichter und Publikum wussten genug von heimischen Pflanzen, um mit Worten die Bühne zu schaffen, sie als Kulisse und Metapher zu nutzen“, erklärt Gartenkustos Martin Nickol. So zum Beispiel Hagedorn, da habe das Publikum gleich eine offene Landschaft mit öder Heide und kargen, dunklen Gestalten im Sinn, so der Kustos.

 115 Pflanzen wurden in Shakespeares Schaffen identifiziert, er wusste um deren Bedeutung, Herkunft, Wirkung und Blütezeit. Neben der häufigen Rose als hoheitlichem Symbol erscheint auch der Granatenbaum, in dem die Nachtigall als Liebesvogel und die Lerche als Verkünderin des Morgens verweilten. Über eine Pflanze grübeln schon seit 100 Jahren die botanischen Geister: „Hamlet wird ein Gift ins Ohr geträufelt, das im Text als Hebenon bezeichnet wird“, so Nickol. Könnte es Bilsenkraut sein? „Das wird auch als henbane of Peru (Tabak) bezeichnet. Und Nikotin in hoher Dosis ist ja schädlich“, sagt er. Am Tag der offenen Tür gab es rund um die Ausstellung, die übrigens vom Bund Botanischer Gärten ausgearbeitet wurde, Führungen und Aktionsprogramme – und die beliebte Pflanzenbörse mit rund 150 verschiedenen Arten. „Wir ziehen Pflanzen für die Forschung und Lehre, da gibt es einen ständigen Wechsel“, erklärt der Kustos. Und wohlwissend, dass beim Anpflanzen nicht alles überlebt, kommt mehr als gebraucht zum Einsatz. Was dann aber doch zu viel angepflanzt wurde, sorgt jedes Jahr für Artenvielfalt in den Gärten Kiels und seiner Umgebung. „Solche tollen Pflanzen und dann noch so günstig, das bekommt man ja sonst nicht“, schwärmen Carmen und Karl Wiegand. Und Andrea und Manfred Schmidt haben sich für ihren Garten neben einer Kartoffelpflanze und einer Pappel ein paar unbekannte Pflanzen zugelegt, von denen sie noch nicht wissen, was daraus tatsächlich wird. Vielleicht ja eine der vielen Pflanzen, die Shakespeare in seinen Werken verewigte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3