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Einbrecher-Trio muss lange in Haft

Brennende Autos in Kiel Einbrecher-Trio muss lange in Haft

Bei ihren Taten hinterließen sie eine Spur der Verwüstung: Autos brennen aus – ein Einfamilienhaus wird unbewohnbar. Nun muss ein Trio aus Kiel lange ins Gefängnis.

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Das Landgericht verurteilte die Täter wegen der meisten der rund 40 angeklagten Taten.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Kiel. Sie brachen serienweise in Supermärkte und Kioske ein, steckten zwei Dutzend Autos in Brand und richteten aus purer Zerstörungswut immensen Sachschaden an: Wegen schweren Bandendiebstahls in bis zu 14 Fällen, Brandstiftung, Sachbeschädigung und anderer Delikte hat das Landgericht ein vorbestraftes Trio aus Kiel-Dietrichsdorf am Mittwoch nach achtmonatiger Verhandlung zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

Mit sechs Jahren und drei Monaten trifft die härteste Strafe den 27-jährigen Ehemann der Frau, die laut Anklage „Chefin“ der Bande war. Die 30-Jährige kam dank ihrer Zurückhaltung bei der Tatausführung mit knapp dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe davon. Laut Urteil hatte sie mögliche Tatorte ausbaldowert und organisierte als Hehlerin den Weiterverkauf der Beute – überwiegend Zigaretten und Spirituosen im Wert von rund 5000 Euro.

Zu viereinhalb Jahren Haft wurde ihr Ex-Freund (27) verurteilt. Ihn hatten die Eheleute nach seinem letzten Knastaufenthalt in ihrer Wohnung in Dietrichsdorf aufgenommen – gegen monatlich 600 Euro für Kost und Logis. Zu dritt brachten es die im Kern geständigen Angeklagten auf 30 Vorstrafen. Nun sind sie wegen rund 30 weiterer Taten verurteilt und bleiben wegen Wiederholungsgefahr in U-Haft.

Die höchste Einzelstrafe verhängte das Gericht für den Einbruch der Männer ins Haus eines Kieler Gemüsehändlers im Stadtteil Rönne. Dort wollten sie den Marktstandbetreiber im Januar 2015 überfallen, fesseln und ihm laut Urteil eine Tüte über den Kopf ziehen, um die Preisgabe einer großen Summe Bargelds zu erpressen. Das bei ihm etwas zu holen waren, will die „Chefin“ von einer Bekannten erfahren haben.

Als die Einbrecher den Bewohner nicht am Tatort antrafen, verwüsteten sie das ganze Haus, traten Türen ein, rissen Sanitärobjekte und Heizkörper aus den Wänden und setzten alles unter Wasser. Bis heute sei der Besitzer dort nicht wieder eingezogen, sagte die Vorsitzende in der Urteilsbegründung.

Die Wurzeln ihrer ungehemmten Zerstörungswut sah das Gericht in den „dissozialen Persönlichkeiten“ der Angeklagten, aber auch in einer möglichen Alkoholabhängigkeit. Nach 30-tägiger Beweisaufnahme schloss die Strafkammer ein Suchtproblem nicht aus und gewährte entsprechende Strafmilderung. Den Haupttäter schickte sie nach Verbüßung von gut einem Jahr Haft in eine geschlossene Entziehungsanstalt.

Die mit 15000 Euro dickste Beute machten die Täter im November 2014 in einer Autowaschstraße im Norden Kiels. Beim ersten Besuch dort rissen sie einen Tresor aus der Wand. In der Hoffnung auf Nachschlag kamen sie zweimal wieder, scheiterten jedoch am neuen, stabileren Geldschrank. Je dreimal kurz hintereinander suchten die dreisten Einbrecher auch einen Kioskbetreiber in Laboe und einen Supermarkt in Heikendorf heim.

Die Kripo richtete eine Sonderermittlungsgruppe ein, überprüfte den Handyverkehr in Tatortnähe und stieß bald auf die bekannten Verdächtigen, die nun wegen Widerrufs früherer Bewährungsstrafen mit mehrjährigen Aufschlägen auf die gestern verhängten Haftstrafen rechnen müssen.

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