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Brenzlige Situationen am Schrevenpark

Fahrradweg Brenzlige Situationen am Schrevenpark

Rund um den Schrevenpark ist es eng: Fahrradfahrer, Jogger, Eltern mit Kinderwagen sind am Ostrand des Parks unterwegs. Dabei ist der Weg entlang der Goethestraße eindeutig nur als Radweg gekennzeichnet.

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Nur für Fahrradfahrer: Annika Sellin und ihr Sohn Leander sind auf dem Radweg am Schrevenpark unterwegs. Manchmal müssen sie allerdings Fußgängern oder Joggern ausweichen, die den Weg nutzen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Als Radfahrer finde ich das schon störend, wenn der Weg von Fußgängern und Joggern als Fußweg genutzt wird“, sagt Henning Drews. Der 34-Jährige schiebt seine einjährige Tochter im Kinderwagen über den Fahrradweg in den Park, aufmerksam schaut er nach links und rechts, um die schnell vorbeifahrenden Fahrradfahrer vorbeizulassen. „Ich bin hier selten zu Fuß unterwegs, meistens fahre ich mit dem Fahrrad.“ Dann ärgert er sich, wenn er abbremsen muss, weil Fußgänger auf dem Fahrradweg laufen. „Vor allem größere Gruppen sind ein Problem, die dann zu dritt oder viert nebeneinander hergehen.“

 Weil es rund um den Park keinen Fußweg gibt, müssen Fußgänger entweder durch den Park oder auf der anderen Straßenseite der Goethestraße gehen. „Ich gehe viel lieber hier am Grün entlang, vor allem heute bei dem Wetter. Drüben in der Sonne kann man es ja heute gar nicht aushalten“, sagt Önder Yeler. Der 53-Jährige ist mit seinem Hund zu Fuß unterwegs und weiß, dass der Weg am Park eigentlich nur für Fahrradfahrer ist. „Aber wenn man ein bisschen Rücksicht aufeinander nimmt, dann geht das. Ich bin hier auch als Fahrradfahrer unterwegs und fahre dann halt einfach nicht so schnell.“

Deutlichere Kennzeichnung gewünscht

Ähnlich sieht das auch Petra Frei. Die 39-Jährige hat ihre zwei Jahre alte Tochter Ina im Fahrradsitz dabei, ihr Sohn Leor (5) fährt auf seinem eigenen Fahrrad vorweg. „Ich fahre hier eigentlich sehr gerne, weil man nicht auf die Autos achten muss. Das ist gerade mit Kindern schön. Aber wenn jemand aus dem Park kommt, muss man schon manchmal heftig bremsen oder klingeln.“ Die zweifache Mutter würde sich eine deutlichere Kennzeichnung des Weges wünschen: „Vielleicht könnte man noch ein paar Fahrradsymbole auf den Weg machen. Oder man teilt den Weg in Fußgänger und Radfahrer. Aber vielleicht wird es dann etwas eng.“

 Auch in Verwaltung und Politik wird derzeit über die Verkehrssituation rund um die Goethestraße nachgedacht. Denn im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke die Fernwärmeleitung in der Goethestraße und in der Jahnstraße erneuert und dafür das Kopfsteinpflaster in beiden Straßen entfernt. Bei einer Überprüfung der Steine stellte das Tiefbauamt fest, dass das schwarze Granitkleinpflaster der Goethestraße nicht wieder eingesetzt werden darf. Die Steine sind über die Jahre rutschig geworden. Der zuständige Ortsbeirat Schreventeich/Hasseldieksdamm hatte sich Ende des Jahres dafür ausgesprochen, die kleinen Granitsteine nach Ende der Bauarbeiten wieder einzusetzen. „Dieses historische Pflaster gibt es schon so lange, wie es den Schrevenpark gibt, und den gibt es so seit 1902“, sagte der Ortsbeiratsvorsitzende Timo Dittrich im Dezember den Kieler Nachrichten. Da das Pflaster aber anders als der Schrevenpark nicht unter Denkmalschutz steht, wäre hier auch ein anderer Fahrbahnbelag möglich.

Granitpflaster, Betonverbundpflaster oder Asphaltierung

Das Tiefbauamt erarbeitet derzeit drei Möglichkeiten: Neben der Erneuerung des Granitpflasters könnte die Straße asphaltiert werden oder ein sogenanntes Blücherpflaster verlegt werden. Dieses eigens für die Stadt Kiel hergestellte Betonverbundpflaster wurde bereits rund um den Blücherplatz als Ersatz für das dortige Kopfsteinpflaster verbaut und trägt deshalb diesen Namen. Die letzteren beiden Varianten hätten den Vorteil, dass Fahrradfahrer auch auf der Straße fahren könnten. Das Fahrradforum hat aus diesem Grund empfohlen, die Jahnstraße zu asphaltieren. Wegen des Kopfsteinpflasters nutzen die Fahrradfahrer hier oft den Fußweg. Eine neue Asphaltdecke würde diesen Konflikt zwischen Fußgängern und Radfahrern entschärfen.

 Eine ähnliche Lösung können sich Fahrradfahrer auch um den Schrevenpark vorstellen: „Eine deutliche Trennung wäre auch hier gerade für Fußgänger sicherer“, sagt Annika Sellin, als sie mit ihrem zweijährigen Sohn Leander aus dem Schrevenpark kommt. Die 30-Jährige kann sich vorstellen, dass die Goethestraße mit einer anderen Fahrbahndecke auch von Fahrradfahrern genutzt wird.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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