18 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Stadt greift nach dem Sahnestück

British Yacht Club Stadt greift nach dem Sahnestück

Was kommt, wenn die Briten gehen? Seit bekannt ist, dass die Liegenschaft des Britischen Yacht Clubs am Nordufer des Plüschowhafens im April 2017 frei wird, sprudeln die Ideen. Die Rede war bislang von einem Jachtsport-Zentrum bis hin zu einem Segelmuseum. Der Bauausschuss gab jetzt grünes Licht für andere Pläne.

Voriger Artikel
Das nächste Provisorium ist fertig
Nächster Artikel
Schwimmen kann hier keiner mehr

Um dieses Gelände geht es: Die Liegenschaft des Yacht Clubs (weiß umrandet) liegt am Übergang zwischen Holtenau und Friedrichsort in bester Uferlage.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Nämlich für den Plan der Stadt Kiel, das Grundstück zu kaufen, um dort einen maritimen Standort mit Gewerbe und Freizeitangeboten zu entwickeln.

Das 1,5 Hektar große Areal, noch im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), weckt Begehrlichkeiten. Seit 70 Jahren nutzen die britischen Streitkräfte unter anderem die Bootshalle sowie ein Casino- und Bürogebäude für ihr Segelausbildungszentrum, für dessen Betrieb jedoch mit dem Saisonende 2016 Schluss sein soll. Falls die Stadt, die die Erstzugriffsoption hat, trotz der angespannten Haushaltslage das Grundstück in Friedrichsort kaufen kann, soll die Nachnutzung nach einer Ausschreibung an einen Vorhabenträger übergeben und auf Grundlage von Erbpacht geregelt werden.

 Dies sei eine einmalige Chance, einen infrastrukturell bereits gut ausgestatteten Standort zu mobilisieren, findet Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) und setzt auf Synergien mit benachbarten Werften und bei der Entwicklung des MFG-5-Geländes. Als Mindestvorgaben tauchen in der Vorlage „die Verwirklichung eines musealen Bildungs- und Handwerkstandortes zum Thema Segelsport und Schiffsbau“, eine öffentliche Wegeverbindung am Ufer samt öffentlichem Wasserzugang sowie die Zuwegung der Mole Stickenhörn an den Fuß und Radweg am Schusterkrug auf.

 Irritationen löste im Bauausschuss ein Schreiben von Philipp Mühlenhardt, Geschäftsführer des Kieler Sportboothafens, an die Fraktionen aus: Von den Plänen der Stadt sah er sich überrascht und nicht eingebunden. Bürgermeister Peter Todeskino hofft darauf, dass ein von der rot-grün-blauen Ratsmehrheit eingebrachter Zusatz den Geschäftsführer beruhigen kann: Danach wurde der erste Punkt der Beschlussvorlage bei den Nutzungsmöglichkeiten um die Option für einen Sportboothafen erweitert.

 Konkretes Interesse haben bereits die Werft Rathje und der Freundeskreis „Klassische Yachten e.V.“ angemeldet. Todeskino bestätigte Gespräche mit dem Freundeskreis über ein Konzept für ein Segelmuseum, das das Büro Schnittger Architekten und Partner entwerfen soll. Wie berichtet, hatten Wilfried Horns und Niko von Bosse vom Freundeskreis angekündigt, auf dem Gelände ein „Zentrum klassischer Yachtsport“ mit öffentlicher Parklandschaft, Restaurant und Anlegemöglichkeiten für Jachten, Segelschul- und Charterbetrieb einzurichten. Geplant ist zudem, ein Wissenszentrum zum traditionellen Bootsbau zu gründen sowie Räume und Flächen an maritimes Gewerbe zu vermieten.

 Das Struktur- und Nutzungskonzept der Stadtplaner fand im Ausschuss jedoch nur die Stimmen von SPD, Grünen und SSW. Die CDU sah wegen des Mühlhardt-Schreibens Beratungsbedarf und beantragte die Vertagung. Damit scheiterte sie jedoch trotz der Unterstützung der Linken. Beide Fraktionen blieben auch beim Nein, als die geänderte Fassung zur Abstimmung stand. Der endgültige Beschluss fällt jetzt in der nächsten Ratsversammlung am 10. Dezember.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr zum Artikel
British Yacht Club
Foto: Früher feierten die Briten im Yacht Club traditionell den Geburtstag der Queen. Die Stadt will das Areal, auf dem heute noch 20 bis 30 Menschen arbeiten, kaufen.

Nach dem Ratsbeschluss am Donnerstag steht fest: Die Stadt Kiel versucht, die Liegenschaft des Britischen Yacht Clubs in Friedrichsort zu kaufen und dann das Gelände am Nordufer des Plüschowhafens zu vermarkten.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3