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Spaß und Kultur im typischen „Gaarden Style“

Brunnenfest Spaß und Kultur im typischen „Gaarden Style“

„Wirklich gigantisch“ die Vielfalt, wahrlich mustergültig, „wie viele Kulturen hier nicht nur friedlich zusammenleben, sondern auch miteinander feiern“: Diese lobenden Worte fand Stadträtin Renate Treutel, als sie am Sonntag auf dem Vinetaplatz das 23. Gaardener Brunnenfest eröffnete. Recht hatte sie.

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Der Vinetaplatz war beim 23. Brunnenfest in Gaarden wieder Treffpunkt, Spielplatz und Aktionsfläche für die zahlreiche Aktionen und Informationsstände von 70 am Fest beteiligten Organisationen.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Von A wie Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel oder Arbeiterwohlfahrt bis Z wie Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migranten reichte die Liste der etwa 70 am Fest beteiligten Organisationen, von Gospel bis Rap erstreckte sich das Programm auf der Bühne. Und dann gab es natürlich wie immer Sachen, die es nur in diesem Stadtteil gibt. Gleich zum Auftakt machte die Gaardener Delegation dem bereits zahlreich vorhandenen Publikum ihre Aufwartung. Mit dem nun ruheständelnden, langjährigen Werftpark-Theaterchef Norbert Aust als „Gaardener Gaardeoffizier“, seiner Nachfolgerin Astrid Großgasteiger als beckenschlagende Nymphe, de Ortsbeiratsvorsitzende Bruno Levtzow als Bürgermeister und einem namentlich nicht genannt sein wollenden Ratsherrn als Fisch.

 So gelassen nimmt man sich nicht in allen Kieler Stadtteilen selbst auf die Schippe, was zu den Dingen gehört, die Gaarden nicht nur zum Brunnenfest besonders machen. Besonders farbenfroh gestylt war beispielsweise ein Stammbesucher dieses Festes, und der merkte anerkennend an: „Das wird jedes Jahr voller.“

 Ein, zwei Stunden später sollte diese Feststellung ihre Richtigkeit umso mehr entfalten. Gegen 14 Uhr, als die „Beppolitas“ auf der Bühne tanzten, war auf dem Vinetaplatz so richtig was los, und auch auf der Elisabethstraße vollzog sich ein munteres Geschiebe. Unter anderem am Stand des Ortsbeirats, der sich zeitweise in fast voller Besetzung dem Dialog mit der Einwohnerschaft stellte, um zu erfahren, wo der Schuh drückt. Zu viel Müll, zu wenig Hundekotbeutel, zu wenig öffentliche Klos, das waren die Klassiker unter den Gaardener Ärgernissen. Unbehagen wurde aber auch darüber geäußert, dass ältere Menschen mit ihren Rollatoren nur äußerst mühsam die von Fugen zerfurchten Kreuzungen der mit Kopfstein gepflasterten Straßen überwinden können.

 Nicht weit weg vom Ortsbeirat zeigte der Verein Hempels Präsenz, verkaufte Vogelhäuschen und Insektenhotels, die von der Justizvollzugsanstalt gespendet wurden. Der Erlös kommt der Suppenküche in der Schaßstraße zugute, tieferer Sinn der Teilnahme war es aber laut Mitarbeiter Arne Kienbaum, über den von Hempels betriebenen Trinkraum in der Medusastraße zu informieren. Das stete Werben um Verständnis gehört halt auch dazu, wenn es im Treutelschen Sinne klappen soll mit dem friedlichen Miteinander.

 Derart werbend tätig zu sein, war nicht zuletzt auch für Einrichtungen wie den Flüchtlingsrat oder den erstmals beteiligten Christlichen Verein ein Argument fürs Mitmachen. Schließlich führen viele Wege aus den Gemeinschaftsunterkünfte zu Wohnungen in Gaarden, und hauptsächlich der Christliche Verein kümmert sich darum, dass die Schritte in die Eigenständigkeit möglichst stolperfrei verlaufen.

 Das Brunnenfest, darauf läuft dieser Sonntag hinaus, hat jedenfalls wieder ein bisschen dazu beigetragen, dass die Menschen mit all ihren Problemen und all ihrer Unterschiedlichkeit auch im Alltag die nötige Portion Gelassenheit bewahren können. Der Kultur- und Kreativrat des Stadtteils hat dazu einen Begriff geprägt, der das Zeug zum Markennamen hat: „Gaarden Style“.

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