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Politik, Kultur und ein kapitaler Fang

Brunnenfest Politik, Kultur und ein kapitaler Fang

Kapitale Fänge aus dem Tümpel, politisches und soziales Engagement, Kultur rauf und runter: All das bot am Sonntag das Gaardener Brunnenfest, das sich trotz vieler Konkurrenzveranstaltungen in Kiel großen Zulaufs erfreute.

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Stimmgewaltig: Der Gospelchor Gaarden beim Eröffnungsgottesdienst des Brunnenfests.

Quelle: mag: Martin Geist

Kiel. „Wir wollen Spaß haben“: Ortsbeiratsvorsitzender Bruno Levtzow gab zur Eröffnung die Devise des Tages vor. Spaßig gestaltete sich tatsächlich gleich der Auftakt mit der historischen Gaarden-Delegation, angeführt von Levtzow als zylindertragender Bürgermeister und Theatermacher Norbert Aust als Ga(a)rdeoffizier.

 Spaß gemacht hatte zuvor schon der Gottesdienst auf dem bereits am Vormittag gut besuchten Vinetaplatz. Längst hat sich herumgesprochen, dass dieser Gottesdienst allein dank des Gospelchors Gaarden und des afrikanischen Chors „Amour de dieux“ allemal das Hingehen lohnt.

 Gelohnt hat sich das Brunnenfest auch für den Verein „Katzheide: Ja!“. Dessen Mitstreiter sammelten in der Elisabethstraße Unterschriften für ihr Bürgerbegehren und verkündeten mit Genugtuung, dass sie sich stramm auf der Zielgeraden befinden. „Es gibt unheimlich viel Zuspruch, auch in Schilksee und anderen Stadtteilen, die mit Gaarden gar nicht so viel zu tun haben“, berichtete Andreas Regner vom Katzheide-Verein. 8000 Menschen haben sich bislang für den Erhalt des Freibads ausgesprochen, die Hürde fürs Bürgerbegehren ist damit eigentlich schon genommen. So ganz trauen Regner und Co. den Zahlen aber noch nicht. Weil zu erwarten ist, dass etliche doppelte Unterschriften oder Unterschriften von Katzheide-Fans herausfallen, die in Kiel nicht wahlberechtigt sind, sammelt der Verein sicherheitshalber noch eine Weile weiter.

 Keine Unterschriften, sondern Geld gesammelt hat auf dem Brunnenfest das Medibüro, das sich für die Gesundheitsversorgung von Patienten ohne Aufenthaltsstatus einsetzt. Gesche Paulsen, Germaine Adelt und andere Mitglieder der rein ehrenamtlich arbeitenden Initiative weckten dabei schon wegen der aktuellen Flüchtlingssituation großes Interesse. Und nutzten das, um auf die angespannte Situation des Medibüros aufmerksam zu machen. Schon jetzt reichen die Kapazitäten kaum aus, um allen Kranken zu helfen, im Nachgang der Flüchtlingswelle wird mittelfristig mit einem noch einmal weitaus größeren Bedarf gerechnet.

 Weniger ernst, aber höchst interessant war der Beitrag der Kieler Aquarienfreunde zum Brunnenfest. Rudolf Rucks, Christian Wöhle und seine Frau Yvonne hatten gut ein Dutzend Wasserbehälter aufgestellt, um den Festbummlern zu zeigen, welche Vielfalt an Lebewesen sich in hiesigen Teichen und Tümpeln tummelt. Ruderwanzen und Rückenschwimmer, Schlammschnecken und Kammolche lockten fast pausenlos ganze Trauben von faszinierten Betrachtern an. Spektakulärster Fang des Vereins, der dieses Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert, war diesmal der Große Kolbenwasserkäfer. Ein wahrlich kapitales Wassertier, das laut Rudolf Rucks „äußerst selten“ ist und in einem Tümpel bei Schönkirchen zur Beute der Aquarier geworden war. Ein Fall für den Tierschutz ist das jedoch nicht: Am Ende des Tages wurde alle Exponate wieder in die Freiheit entlassen.

 Das Regionale Berufsbildungszentrum Technik und der Offene Kanal bedienten am Sonntag ebenfalls den Wissensdurst der Besucher, während auf der Bühne Musik, Tanz und Akrobatik obenan stand. Die Palette reichte von farbenprächtiger Folklore der Deutsch-Philippinischen-Gesellschaft über gepflegten Rock der „Acoustic Heroes“ bis zu sportlichen Präsentationen der TuS Gaarden.

 Das Schöne dabei und am Brunnenfest überhaupt: Trotz grauslicher Wettervorhersagen blieb der Himmel trocken und wurde im Lauf des Nachmittags sogar blau.

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