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Hundekot bitte aufsammeln

Bürgerappell Hundekot bitte aufsammeln

Ob man Hunde nun mag oder nicht: Niemand möchte in ihre Hinterlassenschaften treten. Auch wenn der Abfallwirtschaftsbetrieb jüngst die Kieler Hundehalter für ihre Sauberkeit lobte, rund um den Spielplatz Mercatorwiese finden sich in der jüngster Zeit verstärkt Haufen.

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Der Haufen (hier aus Plastik) muss erst in die Tüte und dann in die Tonne: Eigentlich gar nicht so schwer, findet Staffordshire Terrier Hündin Lucy.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Die Anwohner Bettina Meyer und Folkert Oppelland möchten das ändern. Daher appellieren sie an die Halter. „Nachdem meine siebenjährige Tochter auf der Mercatorwiese in einen Kothaufen trat, habe ich mich auf meinen täglichen Wegen durch die Siedlung rechts und links der Wege umgesehen“, beschreibt Bettina Meyer. Innerhalb von zwei Monaten habe sie rund 80 Haufen in 200 Meter Umgebung des Spielplatzes auf der Mercatorwiese erst fotografiert und dann entfernt. „So schlimm wie in diesem Frühjahr war es noch nie“, betont Meyer. Es gebe zwar dringendere Probleme in der Wik, aber sie ist genervt von dem Hundekot und steht damit nicht allein. „Gerade in den vergangenen zwei bis drei Monaten ist das hier total aufgefallen. Auch als Hundebesitzer ärgert man sich darüber“, sagt Folkert Oppelland.

Was zu dieser Verhaltensumstellung geführt hat, darüber können die beiden Anwohner nur spekulieren. „Es mag sein, dass aufgrund einer zu späten Bestellung des ABK die Versorgung mit Kotbeuteln stockte und viele Hundehalter das Aufsammeln der Haufen daraufhin offenbar eingestellt haben“, sagt sie. Nun seien aber wieder genügend Tüten vorhanden. Was sie vor allem stört: „Nicht einmal in direkter Nähe zum Spielplatz sammeln die Hundehalter die Haufen auf. Die Kinder spielen Fangen und Verstecken und beziehen dabei gerne auch die Böschungen des Spielplatzes ein, auf denen sich regelmäßig Kothaufen befinden“.

Unterstützung vom Ortsbeirat-Vorsitzenden

Im Stadtteil Wik leben 348 gemeldete Hunde. Es stehen 13 Automaten für Hundekotbeutel zur Verfügung. „Einen haben sie umgesetzt, der steht nun nicht mehr direkt am Spielplatz“, bedauert Bettina Meyer. Sie habe sich schon dafür eingesetzt, ihn wieder an den alten Platz stellen zu lassen, aber vergebens. Unterstützung bekommt sie bei ihrem Anliegen von Jürgen Engel, dem Vorsitzenden des Ortsbeirats Wik. Der könnte sich vorstellen, dass das Ordnungsamt am Spielplatz häufiger mal vorbeischaut. „Konkret überlegen wir gerade eine Aufräumaktion zu starten, es fehlt nur noch der Termin“, kündigt er an.

Auf dem Spielplatz bekommt Sabine Scharfenberg die Aufregung über die Hundehaufen mit. Sie kommt aus Jena und macht gerade Urlaub in Kiel. „Hier gibt es eigene Automaten für Hundekottüten? Das finde ich ja super. Bequemer geht es doch gar nicht“, lobt sie. Bei ihr Zuhause in Thüringen gebe es so etwas nicht, da müssten sich die Hundehalter eigene Tüten besorgen. Dass trotzdem so viele Haufen liegenbleiben, kann sie nicht verstehen. „Wenn ich sehe, dass jemand den Haufen liegen lässt, gehe ich hin und sage ihm nett, dass er ihn wegmachen soll“, erklärt sie. Da müsse man in der Siedlung doch zusammenhalten und aufpassen.

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ABK
Foto: 3,8 Millionen Hundeschietbüddel werden jährlich in Kiel verbraucht: Die Kieler entfernen Hundehaufen vorbildlich, findet Michael Müller, Abteilungsleiter beim Abfallwirtschaftsbetrieb, hier mit Hündin Jule.

Vor 13 Jahren wurden erstmalig 50 Automaten für Hundeschietbüddel in Kiel aufgestellt. Im Laufe der Jahre summierten sie sich auf 370, die in den vergangenen Monaten aber auf 300 Stück reduziert wurden. Grund ist ein neues Konzept des Abfallwirtschaftsbetriebes Kiel (ABK).

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