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Bürgerbeteiligung Werbung für den Windpark

Der Vorsitzende des Vereins „Bürger Energie“ verfolgt ein konkretes Ziel: Die Gründung einer Energie-Genossenschaft, bei der Bürger Anteile an einem oder zwei Windrädern im geplanten Windpark Flintbek/Meimersdorf erwerben können.

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Mit regenerativer Energiegewinnung durch Photovoltaik kennt sich Elektromeister Ulrich Hühn gut aus. Nun will er mit dem Verein „Bürger Energie“ den Aufbau einer Genossenschaft vorantreiben, bei der sich Investoren am umstrittenen Windpark Flintbek/Meimersdorf finanziell beteiligen können.

Quelle: fpr: Frank Peter

Kiel. Als Elektromeister mit eigenem Betrieb hat Ulrich Hühn schon aus beruflichen Gründen einen engen Bezug zum Thema Energie, ihrer Gewinnung und möglichst effizienten Nutzung. Auch im Privatleben beschäftigt sich der 60-Jährige damit. So ist er Vorsitzender des Vereins „Bürger Energie“: Und dieser hat ein konkretes Ziel: Die Gründung einer Energie-Genossenschaft, bei der Bürger Anteile an einem oder zwei Windrädern im geplanten Windpark Flintbek/Meimersdorf erwerben können.

Wie berichtet, hatte die Windpark-Investorengruppe (FM Wind GmbH) diese Art einer Bürgerbeteiligung an einem oder zwei Windrädern bereits in Aussicht gestellt. Laut Ulrich Hühn kam die FM Wind GmbH auf den Verein mit der Bitte zu, Interessenten für eine solche Genossenschaft zu finden und für dieses Modell der Bürgerbeteiligung an dem Großprojekt auch zu werben.

 Das geschah inzwischen offenbar auch mit einigem Erfolg. So schätzt Hühn den Kreis der Interessierten, die einer solchen Genossenschaft beitreten wollten, auf insgesamt rund 100. Darunter seien Interessenten aus Kiel (nicht nur aus Meimersdorf), aber auch aus anderen Teilen Schleswig-Holsteins. Ihnen könnten nach aktuellem Stand der Planungen nach Gründung einer Genossenschaft Beteiligungen im Wert zwischen 1000 und 50000 Euro angeboten werden. „Es gibt zwar auch viele Interessenten, die noch weit höhere Beträge investieren wollen. Aber wir haben bewusst eine Obergrenze eingezogen, um möglichst viele Bürger beteiligen zu können.“

 Rund drei Millionen Euro Eigenkapital müssen die Genossen pro Windrad (geschätzte Kosten zwischen sechs und acht Millionen Euro) zusammenbekommen. Laut Rechnung des Vereinsvorsitzenden lohnt sich die Investition. So kalkuliert Hühn mit einem Ertrag nach Abzug aller Steuern und Abgaben zwischen sechs und acht Cent pro Kilowattstunde. Die Jahresleistung eines Windrades schätzt der Elektromeister auf rund elf Millionen Kilowattstunden.

 Hielten die Anlagen der großen Windlast stand, hätten sie sich nach etwa zehn Jahren amortisiert. Die Lebensdauer der Windräder betrage laut Herstellerangaben mindestens 25 Jahre. Dass es den Investoren bei einer Genossenschafts-Mitgliedschaft allein ums Geld gehe, bestreitet Hühn: „Natürlich wollen wir alle auch etwas daran verdienen. Aber das wichtigste Ziel ist die Förderung regenerativer Energie in der Kieler Region. Da sind wir uns mit der Stadt Kiel einig“

 Alles andere als einig sind sich die Mitglieder des Vereins „Bürger Energie“ mit der Bürgerinitiative „Windvernunft“, die erbitterten Widerstand gegen das Großprojekt mit insgesamt fünf Windkraftanlagen leistet (wir berichteten mehrfach). Die von der Initiative angeführten Argumente entbehrten aus Hühns Sicht jeder sachlichen Grundlage. „Stattdessen schürt sie die Ängste der Bürger und lässt dabei wissenschaftliche Erkenntnisse völlig außer acht.“

 So hält Hühn Beeinträchtigungen durch Schattenwurf der Windräder auf Wohnhäuser für ebenso unbegründet („...die Anlagen schalten in solchen Fällen automatisch ab“) wie die Angst vor Infraschall unterhalb der Hörbarkeitsgrenze: „Der kommt im normalen Straßenverkehr oder sogar in der Natur auch vor.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Hans-Günther Lüth vom Ingenieurbüro Lüth aus Wiemersdorf.

Die FM-Wind GmbH, in der sich die Investoren für den geplanten interkommunalen Windpark Meimersdorf/Flintbek zusammengeschlossen haben, protestiert in einem offenen Brief gegen den Kurswechsel der Kieler SPD. Die FM-Wind GmbH lässt derzeit prüfen, ob sie Schadenersatzansprüche geltend machen kann.

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