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Olympische Entscheidung im Advent

Bürgerentscheid Olympische Entscheidung im Advent

Die Kieler stimmen am ersten Advent (29. November) zeitgleich mit Hamburger Bürgern darüber ab, ob sie Olympische Spiele haben wollen oder nicht. Darauf verständigten sich am Donnerstagabend vier Ausschüsse mit großer Mehrheit in einer Sondersitzung.

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Fast alle Hände gingen hoch bei der Abstimmung zum Olympia-Bürgerentscheid.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Gegenstimmen kamen nur von der Linken. Damit gilt die endgültige Zustimmung der Ratsversammlung am 17. September als sicher.

Das klare Ergebnis spiegelte aber nicht den Verlauf der zähen Debatte wider, die mit fast zwei Stunden rund doppelt so lange dauerte wie veranschlagt. Immer wieder meldeten sich Vertreter der Linken zu Wort, um sowohl den Zeitpunkt des Bürgerentscheids als auch die von der Verwaltung signalisierte Austragungsbereitschaft der Spiele massiv zu kritisieren.

„Das alles ist doch nur die Vortäuschung von Scheinsicherheiten“, schimpfte Linken-Ratsherr Florian Jansen. Gemeint war damit vor allem die in der Sitzung ebenfalls präsentierte Machbarkeitsstudie für den Ausbau Schilksees zum sportlichen und logistischen Zentrum olympischer Segelwettbewerbe. Vorwurf der Linken dabei: Die Studie enthalte keinerlei Aussagen über mögliche Risiken und Probleme. „Letztendlich wissen wir ja noch gar nicht, was wir bauen sollen und was das dann unter dem Strich kostet“, erklärte Jansen. „Das entscheidet sich erst, wenn der entsprechende Vertrag mit dem IOC unterschrieben ist. Aber dann ist es zu spät.“

Weder die anderen Fraktionen noch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer konnten diese Argumente nachvollziehen. „Unser Ziel ist, die Bürger so früh wie möglich, aber nicht zu früh in die Entscheidung über Olympia in Kiel einzubinden.“ Insofern sei der Abstimmungstag am 29. November „genau richtig“. Denn Anfang Oktober lägen die ersten belastbaren Kostenschätzungen vor. Danach sei bis zum Bürgerentscheid noch genügend Zeit für einen ausführlichen Abwägungs- und Diskussionsprozess.

Gleichwohl räumte der OB ein: „Natürlich vermag niemand genau zu sagen, was uns die Spiele in neun Jahren kosten werden.“ Allerdings könnten die dazu entwickelten Konzepte „atmen“, also auch bei drohender Kostenexplosion noch einmal umgestellt und angepasst werden. „Aber wir müssen frühzeitig unseren Willen dokumentieren, dass wir die Spiele grundsätzlich wollen. Deshalb brauchen wir den Bürgerentscheid am 29. November, nicht früher, aber auch nicht später.“ SPD und CDU stützten die Haltung des OB, sowohl bei der „überzeugenden“ Machbarkeitsstudie als auch beim Termin des Bürgerentscheids.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hatte am Donnerstagabend schon einmal reichlich Gelegenheit, sich für die vermutlich hitzigen Diskussionen ab Anfang Oktober warmzulaufen. Dann nämlich werden die ersten Zahlen zu möglichen Kosten von Olympia in Kiel öffentlich.

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