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Die Bürger haben das letzte Wort

Olympia 2024 Die Bürger haben das letzte Wort

1936, 1972, 2024? Kiel will zum dritten Mal olympische Segelwettbewerbe austragen. Die Stimmung in der „Welthauptstadt des Segelns“ ist positiv. Am Sonntag haben die Kieler bei einem Bürgerentscheid das Wort.

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Der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) zeigt ein Plakat mit dem Logo einer Kampagne, mit der die Landeshauptstadt für die Olympischen Wettberwerbe 2024 in Kiel wirbt. In Kiel entscheiden die Bürger am Sonntag.

Quelle: Carsten Rehder/ dpa

Kiel. Segelt die Weltelite 2024 bereits zum dritten Mal vor Kiel um olympisches Gold? Die selbsternannte „Welthauptstadt des Segelns“ bewirbt sich gemeinsam mit Hamburg um die Ausrichtung der Olympischen Spiele. Die Befürworter aus Politik und Gesellschaft sehen vor allem die Chancen für den Norden. Doch vorher haben die Kieler selbst das Wort. Am Sonntag stimmen sie per Bürgerentscheid über die Bewerbung der Stadt um die olympischen Segelregatten ab. Zwar gibt es mittlerweile auch in Kiel eine Nolympia-Bewegung, die Grundstimmung in der Stadt ist aber positiv.

„Kiel wird der Bewerbung von Hamburg helfen“, sagt Kiels Olympiabotschafter Willi Holdorf, Zehnkampf-Olympiasieger von 1964. „Denn alle, die mit Segeln zu tun haben, werden immer für Kiel sein.“ Der 75-Jährige ist von einem positiven Ausgang des Bürgerentscheids am Sonntag fest überzeugt: „Wir werden ein sehr gutes Ergebnis kriegen.“ Parallel zu den Kielern entscheiden am Sonntag die Hamburger in einem Referendum über die norddeutschen Olympiapläne. „Wenn wir auch dort ein gutes Ergebnis kriegen, dann schätze ich die Chancen hoch ein, dann ist Hamburg ein ernsthafter Kandidat“, sagt Holdorf.

In Kiel sind rund 198 000 Menschen stimmberechtigt. Damit eine Mehrheitsentscheidung für die Politik bindend ist, müssen mindestens acht Prozent der Wahlberechtigten hinter ihr stehen. Das sind 15 840 Bürger. Bis Mittwoch hatten bereits knapp 13 000 Kieler Briefwahlunterlagen angefordert, 2761 weitere gaben ihre Stimme bereits im Rathaus ab.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) wünscht sich eine hohe Beteiligung. „Ich erhoffe mir am Sonntag deutlichen Rückenwind für die Olympiabewerbung“, sagt er. Olympia sei für die Landeshauptstadt und die gesamte Region eine Riesengelegenheit. Ähnlich positiv wertet Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig die Bewerbung. „Die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 sind eine Top-Chance für Hamburg und Schleswig-Holstein: sportlich, politisch, wirtschaftlich“, sagt der SPD-Politiker.

Für Albig geht es um viel mehr als um zwei Wochen Sport im Norden. „Es geht um Milliarden-Investitionen in die dauerhafte Sanierung öffentlicher Infrastruktur, in die Stadtentwicklung vor allem in und um Hamburg, aber auch in Kiel und darüber hinaus Schleswig-Holstein“, sagt er. „Und es geht darum, ein Zeichen zu setzen gegen Angst und Terror für Freiheit und Zusammenhalt.“

Verwaltungschef Kämpfer hat bereits im Vorfeld ein Finanzkonzept für die Ausrichtung der Segelwettbewerbe vorgelegt. Er kalkuliert mit Ausgaben in Höhe von 146 Millionen Euro — bereits gerechnet in Preisen von 2024. Nach Abzug aller Mittel von Bund und Land sowie dem sogenannten Durchführungsbudget in Höhe von 33 Millionen Euro von den Olympia-Organisatoren bleibt nach Kämpfers Einschätzung für die Stadt ein Betrag zwischen 30 und bis 41 Millionen Euro übrig. Er rechnet außerdem mit knapp 100 Millionen Euro an privaten Investitionen für den Segelstandort im Stadtteil Schilksee.

Albig und Kämpfer hoffen auf einen Olympiaschub für Verkehrsprojekte im Norden. Olympia-Botschafter Holdorf ist von den Spielen 1972 vor allem eines noch in Erinnerung. Durch Olympia habe Kiel damals „endlich eine Autobahn bekommen“.

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