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11.600 Unterschriften für Katzheide

Bürgerentscheid kommt 11.600 Unterschriften für Katzheide

Über die Zukunft des Freibades Katzheide werden die Bürger entscheiden. Auch wenn die am Donnerstag beim Stadtpräsidenten Hans-Werner Tovar eingereichten Unterschriften noch nicht gezählt und überprüft sind, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Kiel neben der Frage Ja oder Nein zu Olympia einen weiteren Bürgerentscheid erlebt.

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Stadtpräsident Hans-Werner Tovar (Mitte) bekommt 11.600 Unterschriften für den Erhalt des Freibades von Andreas Regner, Uwe Hagge, Jens Kramer und Hartmut Jöhnck (von links) überreicht.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Die Vertretungsberechtigten des Vereins „Katzheide Ja!“ brachten eine Sammlung mit 11.600 Unterschriften ins Rathaus.

Das ist deutlich mehr als die nötigen 7997 Unterschriften. Ob Uwe Hagge, Hartmut Jöhnk oder Andreas Regner – im Stadtpräsidenten-Büro verbreiteten die Vertreter der Bürgerbewegung Optimismus. Begonnen hatten sie am 7. Juli, eigentlich ungünstig in der Sommerzeit, doch dann erlebten sie einen so großen Zuspruch für ihre Kampagne, wie sie Regner, der vielfältige Erfahrung im Kampf gegen die Ansiedlung von Möbel Kraft sammelte, noch nie erlebt hat: „Es wird sehr leicht, den Bürgerentscheid zu gewinnen.“

 Warum so viele auch aus anderen Stadtteilen unterschrieben haben, war ihnen schnell klar. Katzheide ist nicht irgendeine Einrichtung, sondern für viele ein Identifikationsort: Viele Kieler hätten hier schwimmen gelernt und es hier ihren Kindern beigebracht, sagten sie. „Wir halten das Bad aus sozial- und gesundheitspolitischen Gründen für zwingend“, unterstrich Jöhnk auch den Integrationsauftrag für den Stadtteil, den das geplante Zentralbad an der Hörn niemals erfüllen könne.

 Eigentlich ist das Aus für Katzheide – wie auch für die Schwimmhalle Gaarden – für 2018 geplant. Denn dann sollte die neue Anlage an der Hörn als Sport- und Freizeitbad als Ersatz für alte, sanierungsbedürftige Bäder stehen. Für eine Grundsanierung in Katzheide müssten nach früheren Schätzungen rund neun Millionen Euro hingeblättert werden. Mindestens fiele nach Angaben von Dezernent Gerwin Stöcken aber eine Million Euro an, um das Freibad wieder betriebsfähig zu machen – bei jährlichen Betriebskosten von 250.000 Euro.

 Zahlen, die laut Jöhnk „mit sehr lockerer Hand gemacht“ und zum Teil auch wieder nach unten korrigiert worden sind. Laut einem Ratsbeschluss sollte erst nach Fertigstellung des Zentralbades endgültig über die Zukunft von Katzheide entschieden werden. Das ist dem Verein zu wenig: Er will Katzheide dauerhaft erhalten. Wie das Freibad dann in vier, fünf Jahren aussehen könnte, mit vielleicht kürzeren Bahnen, auf jeden Fall weiter mit einem Nichtschwimmer- und Planschbecken, darüber, so hofft der Verein, könne man mit den Politikern sprechen. Nach Teilschließung in diesem Jahr gehen die Initiatoren davon aus, dass Katzheide nächstes Jahr wieder geöffnet wird.

 Dass sie die Unterschriften dem Stadtpräsidenten bereits gestern überreichten, begründeten die Katzheide-Freunde damit, der Stadt und Kommunalaufsicht ausreichend Zeit für Überprüfungen zu geben, um einen gemeinsamen Termin mit dem Olympia-Bürgerentscheid am 29. November hinzubekommen. Das spare der Stadt Geld, meinte Hagge. Für den Olympia-Befragung sind etwa 250.000 Euro eingeplant.

 Demokratie koste Geld, sprach Stadtrat und Wahlleiter Wolfgang Röttgers angesichts des Wunschtermins von einer „sportlichen Herausforderung“: Stadt und Kommunalaufsicht haben sechs Wochen Zeit, die Unterschriften, die nur von Kielern und Kielerinnen stammen dürfen, zu zählen und auszuwerten. Danach muss sich die Ratsversammlung mit dem Begehren befassen. Würden sich die Ratsmitglieder mehrheitlich dem Anliegen der Initiative anschließen, könnte der Entscheid entfallen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Erst im vergangenen Jahr erlebte Kiel den ersten Bürgerentscheid seiner Geschichte: Nach hoch emotionalen Debatten und Protesten stimmten die Kieler und Kielerinnen nur knapp für die umstrittene Ansiedlung von Möbel Kraft auf einem früheren Kleingartengelände.

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