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Katzheide ist gerettet

Bürgerentscheid vom Tisch Katzheide ist gerettet

Pastor Uwe Hagge von der Bürgerinitiative „Katzheide Ja“ konnte am Donnerstag sein Glück nicht fassen: Für ihn und seine Mitstreiter kam die frohe Botschaft aus dem Kieler Rathaus, dass die politische Ratsmehrheit von SPD, Grünen und SSW sich hinter ihr Anliegen stellt, überraschend. Damit ist das Gaardener Freibad Katzheide gerettet und ein Bürgerentscheid vom Tisch.

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Der Betrieb im Freibad Katzheide geht weiter.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Erst ab 7. Juli hatten die Katzheide-Freunde Unterschriften gesammelt, um ein Bürgerbegehren für den Erhalt des Bades in Gang zu setzen. 11.600 Ja-Unterschriften brachten sie bis zum 17. September zusammen. Nach der Überprüfung durch die Stadt blieben zwar „nur“ knapp 8900 gültige übrig – das waren aber deutlich mehr als die 7997 für ein Bürgervotum erforderlichen. Katzheide sei ein Identifikationsort, erklärten sie sich den großen Zuspruch: Viele Kieler hätten hier schwimmen gelernt und es hier ihren Kindern beigebracht. „Wir halten das Bad aus sozial- und gesundheitspolitischen Gründen für zwingend“, unterstrich Vertretungsberechtigter Hartmut Jöhnk auch den Integrationsauftrag für den Stadtteil, den das geplante Zentralbad an der Hörn niemals erfüllen könne.

Laut einem Ratsbeschluss sollte erst nach Fertigstellung des Zentralbades endgültig über die Zukunft von Katzheide entschieden werden. Das war dem Verein zu wenig: Er wollte Katzheide dauerhaft erhalten sehen. Diesem Anliegen schlossen sich gestern die SPD-Politiker Torsten Stagars, Wolfgang Schulz und Michael Schmalz, die grüne Fraktionsvorsitzende Lydia Rudow und Sven Seele (SSW) an. Viele Kieler hätten deutlich gemacht, dass Katzheide eine wichtige Funktion in der Freizeitlandschaft im Sport- und Begegnungspark erfülle. „Der Wunsch der Bürger ist uns heilig“, brachte es Stagars auf den Punkt. Mit der klaren Aussage, Katzheide zu erhalten und nach einem breiten Bürgerbeteiligungsverfahren über die Weiterentwicklung und neue Betriebs- und Betreibermodelle zu entscheiden, sollten endlich auch die Unterstellungen aufhören, dass das rot-grün-blaue Bündnis das Freibad habe schließen wollen.

Es waren aber immer wieder neue Zahlen im Umlauf, die genau solche Gerüchte nährten. Die für 2018 geplante Hörn-Anlage wird als Sport- und Freizeitbad gebaut, um alte, sanierungsbedürftige Bäder zu ersetzen. Für eine Grundsanierung in Katzheide müssten nach früheren Schätzungen rund neun Millionen Euro hingeblättert werden. Mindestens fiele nach Angaben von Dezernent Gerwin Stöcken aber eine Million Euro an, um das Bad wieder betriebsfähig zu machen – bei jährlichen Betriebskosten von 250.000 Euro. So manche Zahl musste die Stadt aber wieder deutlich nach unten korrigieren.

Wie das Freibad in vier, fünf Jahren aussehen könnte, vielleicht mit kürzeren Bahnen, darüber, so hofft der Verein, könne man mit den Politikern sprechen. Genau das soll jetzt passieren. In zwei Anträgen an die Ratsversammlung am 15. Oktober beauftragen SPD, Grüne und SSW die Verwaltung, eine Kostenschätzung für den Weiterbetrieb abzugeben und weitere notwendige Reparaturarbeiten vorzunehmen, um den Badebetrieb für Sommer 2016 zu sichern. Das nötige Geld soll in den Haushalt eingestellt werden. Vom Erfolg der Bürgerinitiative war auch Stöcken beeindruckt: „Ich freue mich, dass die Politik ihr Anliegen aufgreift.“ Die Verwaltung habe gezeigt, dass zwischen totaler Schließung und einer Totalsanierung Zwischenschritte möglich seien, die sie jetzt auch gehen wolle.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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