18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Erste Deutschkenntnisse für den Alltag

Bürgerinitiative „Kulturpark Seekamp“ Erste Deutschkenntnisse für den Alltag

Der „Kulturpark Seekamp“ organisiert auf der ehemaligen Hofparzelle Gut Seekamp in Schilksee Veranstaltungen rund um Darstellende Kunst, Musik, Literatur und Geschichte. Jetzt greift die Bürgerinitiative auch jungen Asylbewerbern unter die Arme, gibt ihnen im Jugend- und Freizeitheim Kahlenberg Deutschunterricht.

Voriger Artikel
Dieser „Tatort“ hat das Zeug zum Klassiker
Nächster Artikel
20-Jähriger in Untersuchungshaft

Gemeinsam mit anderen Mitstreitern aus der Bürgerinitiative „Kulturpark Seekamp“ gibt Jens Jacobus (links) jungen Flüchtlingen Deutschunterricht. Die Jugendlichen befinden sich in der Obhut des Jugendamtes, Corsi Peters (5.v.l.) arbeitet dort in der Abteilung Kinder- und Jugendhilfedienste.

Quelle: Ingrid Haese

Schilksee. In dem Häuser-Ensemble Palisadenweg 165 wohnen seit Oktober 20 Jungen im Alter 14 bis 17 Jahren. Sie stammen aus Afghanistan und Albanien, sind jetzt in der Obhut des Jugendamtes, werden von Mitarbeitern des Bereiches „Stationäre Hilfen“ der Abteilung „Kinder- und Jugendhilfedienste“ betreut. „Wir sind für die Jugendlichen, die regelschul- oder berufschulpflichtig sind, rund um die Uhr da, tagsüber können sie sich an zwei Betreuer wenden, auch nachts ist jemand da“, berichtete Sozialpädagogin Corsi Peters von den „Stationäre Hilfen“ am Rande einer Deutschstunde.

 Das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinitiative „Kulturpark Seekamp“ für die Asylbewerber nahm mit einer zufälligen Begegnung seinen Anfang. „Ich bin mit einigen der Jugendlichen ins Gespräch gekommen, wir haben uns auf Englisch verständigt, und dann dachte ich, dass man doch helfen könnte, indem man Sprachunterricht erteilt“, fasste Bürgerinitiativen-Sprecher Jens Jacobus zusammen.

 Mit seiner Idee rannte er offene Türen ein. Zehn der Mitstreiter aus der Initiative, darunter drei pensionierte Lehrerinnen, kamen ins Boot. Jeden Montag- und Mittwochabend unterrichten sie jetzt, sitzen jeweils mit zwei oder drei jungen Flüchtlingen in Gruppen zusammen. „Wie man als Laie Deutschkurse für Asylbewerber gibt, konnte man Ende Oktober auf einer Veranstaltung des Lions Club Kiel-Baltic in der Kieler Volksbank erfahren, dort wurde das Thannhauser Modell vorgestellt“, erläuterte Jens Jacobus. Die Methode dahinter zielt auf eine erste Orientierung ab, vermittelt einfache Sprachkenntnisse, setzt auf illustrierte Arbeitsbögen mit englischen, französischen oder arabischen Untertiteln. Die Themenpalette reicht von Begrüßung, Uhrzeit, Haushalt und Einkaufen bis hin zu Behörden und Medien.

 Ausgestattet mit Lehr- und Lernmaterial nach dem Thannhauser Modell und Büchern für Abc-Schützen startete die Bürgerinitiative mit dem Unterricht. Die Verständigung läuft teils auf Englisch, teils auf Deutsch, teils mit Händen und Füßen. „Der Bildungsstand der Jugendlichen ist unterschiedlich, vom Analphabeten bis zum Hochgebildeten ist in der Gruppe alles vertreten“, erläuterte Barbara Mienkus-Lange, die sich in der Bürgerinitiative engagiert. „Weil die Flüchtlinge inzwischen zur Schule oder Berufsschule gehen, wollen wir auch an das anknüpfen, was sie dort lernen“, kündigte Jens Jacobus an. Die Rückmeldung vonseiten der Sprachschüler ist positiv. Auf Englisch erläuterte Abdul Qayum Rauhfe (16) aus Afghanistan, er schätze den Unterricht, wolle schnell Deutsch lernen und später gern Volkswirtschaft studieren.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3