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Anpacken für Natur und Umwelt

Bufdis Anpacken für Natur und Umwelt

Das Umweltschutzamt beschäftigt jedes Jahr sechs Bundesfreiwillige im Dienste für die Natur. Das neue Team in Kiel hat jetzt bereits erste Einsätze hinter sich.

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Im Ellerbeker Moor mähten die Bundesfreiwilligen das Schilf mit Sensen ab, damit es sich nicht übermäßig ausbreitet und andere Pflanzen verdrängt.

Quelle: ih:Ingrid Haese

Kiel. Das städtische Umweltschutzamt schreibt jedes Jahr sechs Stellen für Bundesfreiwillige aus, die sich ein Jahr lang für den Naturschutz engagieren wollen. Ihre Aufgaben sind vielfältig, beinhalten Mäharbeiten ebenso wie Gehölzpflege und Amphibienschutz. Das neue Team ist seit Anfang August vor Ort und sammelte erste Erfahrungen an unterschiedlichen Einsatzorten.

 Nach dem Wegfall des Zivildienstes unterstützen seit Sommer 2011 Bundesfreiwillige, sogenannte „Bufdis“, das Umweltschutzamt. Ihre Betreuer sind Sachbereichsleiter Karl-Heinz Kweton sowie die Landschaftsplaner Kai Rösick und Sabine Leibnitz. Und ihr Treffpunkt im Amt ist ein mit Computerarbeitsplatz ausgestatteter Sozialraum. Aber dort halten sie sich selten auf – meistens sind sie im Außendienst tätig. Zu ihren Aufgaben innerhalb und außerhalb von Natur- und Landschaftsschutzgebieten zählen unter anderem das Aufstellen von Zäunen, die Bekämpfung des durchsetzungsstarken Riesenbärenklaus, das Zurückschneiden von Gehölzen, das Ein- und Umsetzen junger Bäume sowie die Pflege von Kleingewässern und Bachläufen. Dort sorgen sie beispielsweise dafür, dass sich Weiden und Rohrkolben nicht dominant ausbreiten. Soll auf einer Fläche die Biotopvielfalt erweitert werden, säen sie Saatgut aus, das einheimische Pflanzen sprießen lässt.

 Damit Amphibien wie die Erdkröten auf ihren Wanderwegen alle Gefahrenstellen sicher passieren können, reinigen und reparieren die Bundesfreiwilligen die für die Tiere angelegten Leitsysteme, machen Röhren wieder durchlässig, setzen Leitzäune instand. In das Naturschutzgebiet Tröndelsee und Umgebung kommen sie regelmäßig, um die dort aktiven ehrenamtlichen Helfer des Unabhängigen Kuratoriums Landschaft Schleswig-Holstein bei Pflegemaßnahmen zu unterstützen.

 Die Bundesfreiwilligen nehmen an mehreren Fortbildungen teil. Wenn sie möchten, können sie außerdem Projekte in Angriff nehmen. So bauten einige Gruppen Nisthilfen für Meisen, Mauersegler, Fledermäuse, Waldkäuze oder Bienen. Andere konzipierten Führungen über Naturschutzpfade oder erstellten Schautafeln, zum Beispiel zu den Seekamper Seewiesen.

 Das aktuelle Team im Umweltschutzamt bilden Jakob Griese (21) aus Kiel, Alexandra Friedrischak (18) aus Algermissen, Sebastian Kühn (18) aus Schönfeld, Johanna Scharf (18) aus Herrenberg, Moritz Friesch (19) aus Stuttgart und Lana Klüsekamp (18) aus Aschaffenburg. Sie haben bereits einige Einsätze hinter sich. Zur Bilanz gehört nicht nur das Aufstellen der jüngsten Infotafel Lebensraum Falckensteiner Strand. Die Bufdis schnitten auch auf einer Wiese die Blüten des Jakobskreuzkrautes ab mit dem Ziel, die giftige Pflanze zurückzudrängen. In Moorsee befreiten sie einen Gewässerabschnitt von Schilf. Im Ellerbeker Moor mähten sie mit Hand- und Motorsense eine von Schilf durchzogene Wiese ab, damit Pflanzen wie der Kleine Klappertopf oder die Sumpf-Kratzdistel ihren Platz dort behaupten können. „Mir gefällt die Arbeit supergut, ich wollte nach dem ganzen Input in der Schule etwas Praktisches machen“, sagte Alexandra Friedrischak während der Mäharbeiten. Moritz Riesch erklärte, die körperliche Arbeit sei anstrengend, mache aber Spaß. Nach dem Jahr in Kiel möchte er gucken, wohin es beruflich für ihn gehen soll – wahrscheinlich in Richtung Umwelt und Biologie. Johanna Scharf sagte, sie habe sich für den ökologischen Freiwilligendienst entschieden, weil sie jetzt am Ende des Tages sehen könne, was sie geschafft habe. Und was sagt Karl-Heinz Kweton zum Einsatz der Bundesfreiwilligen beim Umweltschutzamt? „Wir können nur ein Hohelied auf die Bufdis singen, sie machen ihre Arbeit ausgezeichnet, sind bewusster dabei als früher die Zivis, sie bringen frischen Wind herein. Ihre Anregungen werden aufgenommen.“

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