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Die Kreuzfahrer können kommen

Bundespolizei Die Kreuzfahrer können kommen

Die Bundespolizei in Kiel bereitet sich auf eine neue Rekordsaison beim Kreuzfahrttourismus vor. Bis zu einer halben Million Passagiere werden an den Terminals im Ostuferhafen, am Ostsee- und am Norwegenkai in diesem Jahr bei 142 Schiffsbesuchen erwartet.

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Carsten Sieverts und Bernd Grosch (rechts) vom Kreuzfahrerpool der Bundespolizei sind im Ostseekai für die Kontrolle der Passagiere und Crewmitglieder der Kreuzfahrtschiffe zuständig.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Für die Bundespolizei bedeutet die Abfertigung eines Kreuzfahrtschiffes zunächst eine ganz normale Einreisekontrolle in den Schengen-Raum - vergleichbar mit Flughäfen müssen auch in Seehäfen Passagiere kontrolliert werden. Bei einem Kreuzfahrtschiff stehen aber nicht nur 300 oder 400 Passagiere vor den Schaltern, sondern 3000 bis 4000.   „Die Herausforderung ist, die Abfertigung gemäß Recht und Gesetz zu vollziehen und den Schiffsbetrieb nicht lahmzulegen“, sagt Polizeihauptmeister Bernd  Grosch vom Kreuzfahrerpool der Bundespolizei. Zusammen mit dem Kollegen Carsten Sieverts gehört er zu den alten Hasen. Der Umgang mit den Besatzungen und den Passagieren sei höflich und respektvoll. „Es gibt sogar Schiffe, die schicken uns zu Weihnachten Grüße“, sagt Sieverts. Aggressives Verhalten, wie beispielsweise an Bahnhöfen, gebe es hier nicht.

Die Arbeit auf der Dienststelle fängt bereits Tage vorher an. Die Schiffe schicken Crew- und Passagierlisten per Mail. „Wir gleichen die Namen dann mit unseren Systemen ab“, sagt Sieverts. Und in jeder Saison gibt es dabei Fälle, bei denen die Beamten los müssen. „Da war einmal ein Mörder an Bord. Der dachte, wenn er an Bord bleibt, ist er vor uns sicher“, erinnert sich Grosch. Ein Trugschluss. So einem Irrglauben unterlag im vergangenen Mai auch ein 41-jähriger Tischler aus den Niederlanden. Er war in Niedersachsen wegen gefährlicher Körperverletzung zur Zahlung von 4500 Euro verurteilt worden, hatte sich aber abgesetzt. Auch ihn holten die Bundespolizisten von Bord.

Die Regel sind aber die ganz normalen „Notfälle“ - etwa dann, wenn Passagiere ankommen und feststellen, dass sie Ausweis oder Pass vergessen haben. „Das kommt oft vor. Wir versuchen dabei immer, eine Lösung zu finden“, sagt Sieverts. Ersatz-Pässe stellt nur das Einwohnermeldeamt aus. „Dorthin haben wir aber einen kurzen Draht und helfen gern“, so Sieverts.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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