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Von der Wüste an die Küste

Bundeswehrdienstleistungszentrum Von der Wüste an die Küste

Wenn im Bundeswehrhochhaus an der Feldstraße in diesen Tagen ein anderer Wind weht, könnte das auch mit einer Veränderung an der Spitze der Behörde zu tun haben. Das Bundeswehrdienstleistungszentrum in Kiel hat seit Donnerstag offiziell einen neuen Chef.

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Die bisherigen Aufgaben von Jülf Draheim übertrug Matthias Leckel, Präsident des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen, am Donnerstag auf Jens Dähne (von links).

Quelle: Frank Behling

Kiel. Regierungsrat Jens Dähne (52) löste Oberregierungsrat Jülf Draheim (51) ab. Damit haben die 700 Mitarbeiter jetzt wieder einen Chef. Denn nach mehr als fünf Jahren an der Kieler Förde war der bisherige Leiter Jülf Draheim bereits Ende März nach Hamburg gewechselt, wo er das dortige Bundeswehrdienstleistungszentrum übernommen hat. „Damit kehre ich dahin zurück, wo alles anfing“, sagte Draheim, der am 1. Oktober 1985 bei der Standortverwaltung Hamburg (Stov) seinen Dienst in der Bundeswehrverwaltung begann.

 Aus den Stovs wurden inzwischen Bundeswehrdienstleistungszentren, die als Dienstleister der uniformierten Truppe tätig sind und sich um die Verwaltung kümmern. In Kiel konnte Draheim seit 2009 diesen Prozess der Umwandlung innerhalb der Bundeswehrverwaltung mitgestalten. Sein Nachfolger lobte am Donnerstag auch gleich den gut vorbereiteten Zustand der Behörde an der Feldstraße.

 Mit der Übergabe der neuen Aufgabe als Leiter des Zentrums wurde Jens Dähne auch gleich zum Regierungsrat befördert. Der in Frankfurt an der Oder geborene Dähne hat eine ganz andere Vita vorzuweisen als sein Vorgänger. Er begann seine militärische Laufbahn 1985 in der DDR mit Studium und Ausbildung zum Piloten beim Kampfhubschraubergeschwader 5 im mecklenburgischen Basepohl. Nach der Wiedervereinigung und Auflösung der Nationalen Volksarmee hängte er 2001 die Uniform an den Nagel und wechselte beim Kreiswehrersatzamt Berlin in die Laufbahn der Wehrverwaltung. Über Potsdam und Weißenfels führte ihn die Laufbahn 2011 in die USA. Fünf Jahre leitete er die Außenstelle der Wehrverwaltung auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Holloman in New Mexico. Die Bundeswehr unterhält dort einen Stützpunkt für die Ausbildung von Flugzeugbesatzungen.

 Seine Entscheidung für den Leiterposten in Kiel sei schnell gefallen, sagte er. „Nach fünf Jahren in der Wüste zog es mich dann doch an die Küste.“ Mit Jens Dähne ziehen auch seine Frau und die vier Kinder mit an die Förde um. „Unsere Möbel sind noch unterwegs, sodass der Einzug ins neue Haus erst in den kommenden Tagen erfolgt. Bis dahin sind die Kinder bei Verwandten in Baden-Württemberg“, sagt Dähne. „Ich habe mich aber schon mit dem Umfeld etwas vertraut gemacht. So war ich zur Kieler Woche hier.“

 Bei den Aufgaben, die in dem Bundeswehr-Hochhaus jetzt auf ihn warten, gibt es einige drängende: Die Bundeswehr ist im Umbruch, die Liste der Bauvorhaben am Standort Kiel ist lang. Und auch die „Kunden“ des Bundeswehrdienstleistungszentrums ließen gleich zur Begrüßung großen Handlungsbedarf durchblicken. „In Kiel spielen wir in der ersten Liga. Deshalb war es für mich schon verwunderlich, dass ein so wichtiger Posten eine so lange Vakanz nach dem Abschied von Jülf Draheim hatte“, sagte der Stützpunktkommandeur, Fregattenkapitän Michael Eichhorn, in seinem Grußwort.

 In Dähnes Zuständigkeitsbereich liegen auch etliche Bauvorhaben im Kieler Stützpunkt, die dringend angegangen werden sollen: Neue Kasernengebäude, eine Feuerwache und die Überholung der Pieranlagen sind auf der Warteliste. Und dann gibt es noch Probleme mit zu geringen Wassertiefen an einigen Stellen des Stützpunktes, der der einzige Tiefwasserhafen der Bundeswehr an der Ostsee ist.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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