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Noch-Eigentümer duldet Nutzung

C&A als Notquartier Noch-Eigentümer duldet Nutzung

Der Noch-Eigentümer des früheren Kaufhauses C&A am Kieler Bootshafen duldet die Nutzung des leer stehenden Gebäudes als Notquartier für Transitflüchtlinge. „Das hilft uns, wenn wir in einer Notlage Menschen wieder dort unterbringen müssen. Wir sind dankbar dafür“, erklärte Sozialdezernent Gerwin Stöcken (SPD).

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Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Einen befristeten Mietvertrag für den symbolischen Preis von einem Euro wie im Fall der benachbarten Markthalle, wo bis zu 350 Menschen Schlafplätze vorfinden, wird es nicht geben. Der Insolvenzverwalter, den die Stadt erst nach dem Wochenende erreichen konnte, verlangt für jeden künftigen einzelnen Nutzungstag eine Ordnungsverfügung, um das Unternehmen von möglichen Haftungen auszuschließen. Das sei kein Problem, sagte Stöcken.

 Die Stadt entschied am Sonnabend nach dem unerwarteten Ansturm von 603 Transitflüchtlingen in der Nacht, darunter viele Kinder und Kranke, das Gebäude zu beschlagnahmen beziehungsweise im juristischen Sinn vorübergehend sicherzustellen, da die Kapazitäten in der Markthalle nicht mehr ausreichten. Dies sei eine Ausnahmemaßnahme, begründet durch den Notfall und zur Abwehr von Gefahren der öffentlichen Sicherheit und Vermeidung von Obdachlosigkeit, hat die Stadt immer versichert.

 Die Entscheidung der Stadt rief landesweit unterschiedliche Reaktionen hervor. Während sich das Innenministerium und der Altholsteiner Propst Stefan Block hinter das Vorgehen der Stadt Kiel stellten, gab es vom Eigentümerverein Haus&Grund Schleswig-Holstein (66 000 Mitglieder) Kritik: Dies sei ein falsches Signal, das Ängste privater Hauseigentümer schüre.Der Kieler Mieterverein hält den Zugriff auf langfristig leer stehende Immobilien in dieser Situation für zulässig und notwendig.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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