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CAU-Drucker spucken antisemitische Plakate aus

Hackerangriff CAU-Drucker spucken antisemitische Plakate aus

Abscheuliche Ausdrucke: Aus mehreren Kopierern und Druckern der Christian-Albrechts-Universität Kiel flatterten am Donnerstag plötzlich Plakate mit antisemitischen und rassistischen Inhalten. Die Uni will am Freitag Strafanzeige erstatten.

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Dunkler Angriff auf Universitäten in ganz Deutschland: Ein oder mehrere unbekannte Hacker ließen Drucker der Hochschulen Neonazi-Pamphlete drucken.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Kiel. Wie der Sprecher der Universität, Boris Pawlowski, bestätigte, prüft die Hochschule derzeit die genaue Anzahl betroffener Seiten und Geräte. Es handelte sich offenbar um einen konzertierten Hackerangriff auf große Universitäten deutschlandweit. So berichteten Medien über ähnliche Ausdrucke in Hamburg, Bonn, Münster, Lüneburg, Bremen, Tübingen und Erlangen-Nürnberg. Die Universitäten in Hamburg und Tübingen erstatteten nach eigenen Angaben Strafanzeige. Das Dezernat Staatsschutz in Reutlingen ermittelt bereits.

 Neben der Ansage „Europa, erwache!“ verbreitet das Pamphlet, das den Kieler Nachrichten vorliegt, plumpe und krude antisemitische Thesen einer rassistischen Weltverschwörung, erinnert an „die Worte eines früheren Führers“ und fragt, ob „sich die Geschichte wiederholt“. Sobald in Kiel klar sei, wie häufig diese Worte ausgedruckt wurden, „erstatten wir am Freitag Strafanzeige“, stellte Pawlowski klar.

CAU Kiel: Hackerangriff über ältere Drucker

Ersten Erkenntnissen zufolge habe der Hackerangriff den Zugang über ältere Drucker geschafft. Diese seien nicht so gut zu schützen wie neuere Systeme. Die technische Bestandsaufnahme laufe aber noch. Das Rechenzentrum arbeite außerdem daran, diese Sicherheitslücken zu schließen. Anders als an anderen Universitäten konnte in Kiel aber noch nicht sichergestellt werden, dass eine Wiederholung der Attacke auf diesem Wege ausgeschlossen sei.

 „Viele sind entsetzt, weil sie unvorbereitet auf so ein Blatt trafen“, beschreibt Pawlowski erste Reaktionen auf diesen „sehr unschönen“ Vorfall. Am Donnerstagnachmittag wurde der Angriff an mehreren Universitäten deutschlandweit bekannt. „Wir waren dann fast etwas erleichtert, dass es ein Hackerangriff war“, sagte der Sprecher – so falle kein Verdacht auf Kollegen oder Kommilitonen.

 Das Flugblatt trägt an der unteren rechten Ecke den Hinweis auf ein Neonazi-Netzportal in den USA. Die Tageszeitung „Washington Post“ hatte Ende März bereits über ähnliche Hackerangriffe auf amerikanische Colleges berichtet.

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