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Kongress: Die Kunst der Motivation

CAU Kiel Kongress: Die Kunst der Motivation

Wenn Schüler gut und gerne lernen (sollen), brauchen sie dazu entsprechende Motivation. Eine Konferenz an der CAU Kiel setzt sich ab Donnerstag mit dem Thema auseinander.

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Er ist Mitorganisator der sogenannten „Self-Konferenz“: Prof. Olaf Köller, Chef des Kieler Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN).

Quelle: hfr

Kiel. Mit dafür wichtigen Faktoren wie Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein beschäftigen sich von Donnerstag bis Montag, 20. bis 24. August, an der Kieler Universität rund 200 renommierte Forscher aller Kontinente im Rahmen der weltweit größten Konferenz zu diesem Thema. Mit dabei sind auch „Stars“ der Motivationsforschung wie John Hattie.

Die Sache mit der Schülermotivation ist einfach und kompliziert zugleich. „Zumindest die Voraussetzungen dafür sind wissenschaftlich gut erforscht“, erklärt der Mitorganisator der sogenannten „Self-Konferenz“ und Chef des Kieler Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), Prof. Olaf Köller. Nötig seien dafür drei wesentliche Merkmale: Autonomie beim Lernen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sowie eine gute Einbindung in ein soziales Gefüge wie beispielsweise eine Schulklasse.

 Komplizierter wird es, wenn es um Wechselwirkungen von äußeren (extrinsischen) und inneren (intrinsischen) Faktoren von Motivation geht. Bislang gilt bei vielen Pädagogen nach wie vor das Ideal intrinsischer Motivation, die sich allein aus dem Interesse an der Sache und der Freude am Lernen speist. „Doch im Alltag dominieren ja oft Mischformen“, erklärt der Professor für Pädagogische Psychologie an der Kieler Universität Jens Möller: „Denn auch extrinsische Faktoren wie Noten für einen guten Schulabschluss, Erwartungen von Eltern oder Ansprüche von Arbeitgebern im Berufsalltag beeinflussen unsere Motivation stark.“

 Zu diesen Einflüssen und seinen Folgen wird auch der international renommierte Motivationsforscher Prof. Richard Ryan in Kiel einen Vortrag halten. Der US-Amerikaner hatte in bahnbrechenden Arbeiten zu seiner Selbstbestimmungstheorie nachgewiesen, dass die Motivation für an sich interessante Tätigkeiten durch zusätzliche Anreize oder Belohnungen wie zum Beispiel Geld für erfolgreiches Lernen langfristig nicht gesteigert, sondern im Gegenteil eher gehemmt werden.

 Ob das wirklich stimmt, kann Richard Ryan bei seinem Kiel-Besuch quasi im Selbstversuch testen. Denn der Forscher erhält im Rahmen der Konferenz für seine wissenschaftlich herausragenden Leistungen einen begehrten Preis: den Shavelson-Award. Ob den Psychologieprofessor die in Rendsburg extra angefertigte Glastrophäe inklusive der mit der Preisverleihung verbundenen Ehre zu weiteren Höchstleistungen anspornt oder laut seiner eigenen Forschungsergebnisse eher nicht, dürfte Ryan bei der Preisverleihung mit einiger Sicherheit seinen Motivationsforscher-Kollegen erläutern.

 Breite öffentliche Aufmerksamkeit wird voraussichtlich dem durch sein Buch „Lernen sichtbar machen“ berühmt gewordenen Schulforscher Prof. John Hattie zuteil. Der gebürtige Neuseeländer wird seine Thesen in einem öffentlichen Vortrag (in englischer Sprache) am Sonntag, 23. August im Audimax der Kieler Universität (Christian-Albrechts-Platz) erläutern. Der Besuch der Veranstaltung ist kostenfrei. Aus Sicht von Olaf Köller geben die Kernthesen des neuseeländischen Pädagogen wichtige Impulse zur effizienten Gestaltung von Unterricht. Denn der sei nach Hatties Beobachtung nur dann wirklich erfolgreich, wenn der Unterrichtsprozess aus dem Blickwinkel der Schüler erfolge.

 „Es geht also nicht in erster Linie darum, was Lehrpläne und Schulbücher vorgeben oder sich Lehrer im Unterricht vornehmen“, erklärt Köller: „Es geht um einen kompletten Perspektivenwechsel: Durch Beobachtung ihrer Schüler und Kommunikation mit ihnen finden Lehrer zunächst heraus, wo ihre Schüler eigentlich stehen. Und richten danach ihren Unterricht aus.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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