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Chemiker sind „Feuer und Flamme“

CAU-Weihnachtsvorlesung Chemiker sind „Feuer und Flamme“

Obwohl der Traum von Olympia in Kiel vorerst ausgeträumt ist, kommentierten die Chemiker der Uni Kiel am Freitag in der traditionellen Weihnachtsvorlesung der Anorganischen Chemie noch einmal mit spektakulären Experimenten die sportlichen, politischen und gesellschaftlichen Ereignisse des Jahres.

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Wenn die Uni-Chemiker loslegen, raucht, zischt und kracht es an allen Ecken: Maren Rasmussen lässt hier die Farben der schleswig-holsteinischen Landesflagge in Form von Stichflammen aufglühen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Unter dem Motto „Feuer und Flamme“ veranstalteten sie vor rund 400 Schülern, Lehrern und Studenten ihre eigenen Olympischen Spiele. „Wir haben uns trotz aller Widrigkeiten intensiv auf Olympia vorbereitet. Neben der Finanzierung der Spiele haben wir auch die Eröffnungszeremonie, die Athletennahrung, die Herstellung der Medaillen und die Abschlussfeier experimentell aufgearbeitet“, sagt Prof. Wolfgang Bensch.

Unter tosendem Applaus begannen die Experimente zunächst eher harmlos. Die Professoren Wolfgang Bensch, Felix Tuczek und Norbert Stock und ihre Mitarbeiter Maren Rasmussen und Klaus Kleinert öffneten symbolisch ein neues Kapitel in der Geschichte der Olympischen Spiele und ließen das Buch postwendend in Flammen aufgehen. Auch die Stadt Hamburg bekam natürlich ihr Fett weg. Mit viel Gestank brannten sich die Lettern der Hansestadt in ein weißes Blatt Papier ein. „Schließlich haben die uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erklärt Prof. Felix Tuczek das Experiment. Und um auch akustisch ein Zeichen zu setzten, explodierten im Anschluss noch die Olympischen Ringe in Form von fünf farbigen Luftballons mit einem lauten Knall. Damit war das Olympia-Aus chemisch besiegelt.

Olympia-Soli geht in Flammen auf

Auch in punkto Finanzierung ließen sich die Chemiker nicht lumpen. Sie sammelten einfach beim Publikum eine kleine Spende in Form von 50-Euro-Scheinen ein – einen sogenannten Olympia-Soli. Zum Leidwesen der eifrigen Spender ließ Prof. Wolfgang Bensch diese allerdings umgehend in leuchtend blaue Flammen aufgehen. Zum Glück hatte der Wissenschaftler die Geldscheine zuvor in eine feuerabweisende Flüssigkeit getaucht. So konnte Schlimmeres verhindert werden. „Die waren also echt“, bemerkt Bensch mit einem Augenzwinkern.

Nach dem offiziellen Start diverser Olympia-Wettkämpfe auf der Kieler Förde, die mit lauten Knalleffekten ins Rennen geschickt wurden, einem spannenden Tennisballsplitter-Match zwischen zwei Kandidaten aus dem Publikum sowie einem olympischen Schießwettbewerb, bei dem versehentlich auch ein Zuschauer getroffen wurde, ging es dann mit viel Feuer und Rauch an die Medaillenproduktion. Und zu guter Letzt wurde es dann auch noch weihnachtlich: Ein schnell-entzündbarer Christbaum aus Metall sorgte für ordentlich Beifall.

Längst Kult geworden

„Die Weihnachtsvorlesung ist längst zu einer Kult-Veranstaltung geworden und findet bereits seit 40 Jahren statt“, sagt Prof. Stock. Aufgrund der steigenden Besucherzahlen gebe seit einiger Zeit sogar zwei Veranstaltungen. „So entzerrt sich das ein bisschen.“ Und auch in Zukunft werde das Professoren-Team nicht müde, sich immer wieder etwas Neues zu überlegen, so Stock. „Uns macht es einfach Spaß, ohne didaktischen Hintergrund spannende Versuche zu zeigen.“

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Ein Artikel von
Jana Ohlhoff
Lokaldesk

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