19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Kieler Uni investiert in Lehramtsausbildung

CAU Kieler Uni investiert in Lehramtsausbildung

Die Kieler Universität bringt jetzt das „Lehramt in Bewegung“. Bewegen soll sich durch dieses ab Oktober startende Programm vor allem etwas in den Köpfen angehender Lehrer und ihrer Professoren. Doktorarbeiten in 14 akademischen Disziplinen suchen Antworten auf die pädagogische „Gretchenfrage“ in den Klassenzimmern: Wie muss Unterricht heute sein, um Fachwissen so anschaulich und nachhaltig wie möglich in Schülerköpfe zu bekommen?

Voriger Artikel
Katzheide ist wieder ein bisschen offen
Nächster Artikel
Lernwerft beweist Solidarität

Ganz nah kommen Schüler in der Forschungswerkstatt der Uni diesem Gecko. Prof. Ilka Parchmann will Theorie und Praxis in der Lehramtsausbildung verzahnen.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Nicht nur der Anspruch des Programms ist groß, die dafür bereitgestellte Summe in Höhe von rund zwei Millionen Euro aus dem finanziellen Nachschlag des Landes für die Hochschulen ist es ebenso. „Mit dieser Initiative stärkt das Präsidium nachhaltig die Lehramtsausbildung an der Universität“, betont die für das Lehramt zuständige Vizepräsidentin der Christian-Albrechts-Universität (CAU), Prof. Ilka Parchmann.

Damit reagiere die Universität auch auf Kritik, die derzeit rund 3600 Lehramtsstudierenden zwar fachlich gut, aber didaktisch nicht immer optimal auf die Arbeit in den Klassenzimmern vorzubereiten. Laut wurde diese Kritik vor allem in dem vor etwa einem Jahr entbrannten Streit zur Lehramtsausbildung zwischen den Unis in Kiel und Flensburg (wir berichteten). Damals drohte der CAU der Verlust großer Teile ihrer Lehramtsausbildung. „Wir haben erkannt, dass wir bestimmte Dinge jetzt besser machen wollen“, räumt die Vizepräsidentin ein.

 Kernelement dieser landesweit einmaligen Initiative ist die Verzahnung von Bildungsforschung und pädagogischer Praxis. Das heißt: Die bereits ausgebildeten Lehrer vertiefen in ihrer dreijährigen Doktorandenzeit einerseits ihre fachlichen Kenntnisse, üben aber gleichzeitig (unter Aufsicht) mit Schülergruppen, ob der Unterrichtsstoff auch wirklich bei ihren Schützlingen im gewünschten Maß ankommt.

 Ein entsprechendes „Versuchslabor“ dafür gibt es bereits: Schon seit einigen Jahren betreibt die CAU auf dem Gelände des Botanischen Gartens die „Kieler Forschungswerkstatt“, in der Schülergruppen unter Anleitung von Wissenschaftlern naturwissenschaftliche Phänomene unter die Lupen und Mikroskope nehmen.

 Um mögliche Risiken pädagogischer Experimente mit Kindern komplett auszuschließen, hat die CAU Sicherheitselemente vorgesehen. Die Unterrichtseinheiten mit den Doktoranden werden von Professoren beaufsichtigt, im Bedarfsfall korrigiert und anschließend besprochen.

 Oder es kommt als Trockenübung zuvor eine Art Videospiel zum Einsatz. Gezeigt wird dabei ein Film über eine Unterrichtsstunde. In pädagogisch kniffligen Situationen stoppt das Video. Die Doktoranden müssen sich für eine Handlungsvariante entscheiden. Die positiven oder negativen Folgen ihrer Entscheidung kann das „Videospiel“ mit den dort hinterlegten verschiedenen Schülerreaktionen dann im weiteren Verlauf zeigen.

 Nicht minder ungewöhnlich sind auch die Themen der 14 Doktorarbeiten. Im Fach Psychologie versuchen die Forscher zum Beispiel, den Kindern in die „Köpfe zu schauen“, um zu verstehen, was sie eigentlich am Verständnis des Unterrichtsstoffes hindert. Solche Erkenntnisse der Doktoranden sollen laut CAU unmittelbar in die Lehramtsausbildung einfließen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3