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Café und Bistro Pennekamp schließt

Nach Kieler Woche Café und Bistro Pennekamp schließt

Ende Juni ist Kiel um ein Familienunternehmen ärmer: Das Café und Bistro Pennekamp an der Kiellinie schließt seine Türen. Wer die Nachfolge übernehmen wird, ist noch ungewiss. Klar ist nur, dass der Vermieter dort wieder eine Gastronomie haben möchte.

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Nach knapp zehn Jahren hören sie auf: Antje Vietor, Benjamin Ramm und Hildegard Wissing vor ihrem Café Pennekamp an der Kiellinie.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Inhaberin Hildegard Wissing (62). „Etliche mögliche Varianten haben wir gedanklich durchgespielt, uns aber nun entschieden, einen klaren Schnitt zu machen.“ Vor knapp zehn Jahren eröffnete die gebürtige Münsterländerin zusammen mit ihrer Tochter Antje Vietor (37) den neu errichteten Glasbau mit traumhaften Blick auf die Kieler Förde. Große Unterstützung sei damals von der Stadt Kiel gekommen. „Die waren sehr angetan von unserem Konzept. Ein Café fehlte noch an der Kiellinie“, so Wissing. Neben selbst gemachtem Kuchen setzten sie auf Kleinigkeiten mit „Herzblut“ wie beispielsweise das beliebte Holzofenbrot mit Rührei oder Thunfischcreme.

 Die Liebe zu Selbstgebackenem liegt den beiden Frauen im Blut. Der Großvater von Hildegard Wissing, Bernhard Pennekamp (daher der Name), war Bäcker. Ihr Vater und sie selbst haben Konditor gelernt. Mit der Tochter Antje Vietor, die Diplom-Kauffrau ist, sowie Betriebsleiter Benjamin Ramm (33) wurde die Location schnell zu einer Erfolgsgeschichte. „Leider ist der Beruf aber schwer mit der Familie zu vereinbaren“, sagt die zweifache Mutter Antje Vietor. „Auch wenn man gar nicht hier ist, ist man gedanklich doch ständig im Dienst.“ Mutter Hildegard Wissing nickt. „So ein Familienunternehmen fordert schon sehr. Die ersten sechs Jahre hab’ ich gar keinen Urlaub genommen. Das steckt mir heute noch in den Knochen.“

 Jetzt, wo die Entscheidung getroffen ist, aufzuhören, freut sie sich auf den Ruhestand. Tochter Antje Vietor möchte sich komplett neu orientieren. Noch arbeiten beide aber an einem neuen Projekt für Restaurantfachmann und Betriebswirt Benjamin Ramm und möglichst viele der sieben Festangestellten. Es soll wieder Gastronomie sein. „Wir haben schon eine Idee, aber noch ist nichts in trockenen Tüchern“, so Alice Vietor.

 Die Gäste bedauern die Schließung sehr. „Es hat sich schon herumgesprochen, dass am letzten Kieler-Woche-Tag hier daddeldü ist“, sagt Stammkunde Michael Poppe (77). „Das ist sehr traurig. Hier sitzt man einfach einzigartig und kann relaxt aufs Wasser schauen.“ Das beste sei jedoch die familiäre Atmosphäre, so Poppe. Ein Sitznachbar nickt: „Hier ist es nicht öko und nicht schickimicki. Deshalb kommen alle.“

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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