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Beim Segeln will niemand fehlen

Camp 24/7 eröffnet Beim Segeln will niemand fehlen

Ein untrügliches Zeichen, dass in Kiel der Sommer beginnt, ist die Eröffnung des Camps 24/7 auf der Reventlouwiese an der Kiellinie. Vom 11. Mai bis zum 18. September können hier Kinder und Jugendliche auf der Förde das Segeln lernen.

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Ab diesem Mittwoch kann im Camp 24/7 wieder gesegelt werden.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die zehn Kinder der Klasse 1a der Friedrich-Junge Grundschule am Schreventeich haben ihre orangefarbenen Schwimmwesten gar nicht erst ausgezogen. Eine Stunde waren sie schon mit dem Kutter auf dem Wasser, und gleich werden sie wieder auf das Boot steigen. „Ich fand es toll, dass es so geschaukelt hat“, sagt die siebenjährige Lisa. Sie war zum ersten Mal auf einem Segelboot, Angst hatte sie aber keine. Auch ihre Klassenkameradin Frieda hat sich keine Sorgen gemacht, ins Wasser zu fallen. „Wir hatten ja die Schwimmwesten an“, erklärt die Siebenjährige. Besonders witzig fand sie es, als das Boot Schlagseite bekam und schräg im Wasser lag. „Auf der einen Seite waren zu viele Kinder, deswegen war es dann ganz schief.“ Lisa durfte sogar schon alleine steuern. „Wenn man das Steuer nach links macht, fährt man nach rechts. Und umgekehrt“, erklärt sie stolz.

Mit der gesamten Klasse ist die Klassenlehrerin Claudia Schulz-Giese zur Eröffnung des Camps 24/7 an die Kiellinie gekommen, insgesamt 27 Schüler. „Heute hat auch keiner gefehlt. Das wollte sich keiner entgehen lassen“, erzählt sie. Seitdem es das Segelcamp gibt, ist die Grundschullehrerin in jedem Jahr mit einer Klasse dabei. „Wir starten jetzt in die 14. Saison“, erzählt sie lachend.

Hier finden Sie Bilder von der Eröffnung.

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Schulz-Giese ist begeistert von dem Konzept des Segelcamps, das jedem Kieler Kind ermöglichen möchte, segeln zu lernen. „Es ist fantastisch, dass man das Element Wasser kennenlernen und auch schätzen lernen kann. Wenn man schon so nah am Wasser wohnt“, erzählt sie begeistert. Außerdem würde beim gemeinsamen Segeln die Sozialkompetenz und der Teamgeist gestärkt. „Oft sind Schüler, die vielleicht im Unterricht eher schwach sind und viele Schwierigkeiten mit dem Lernstoff haben, beim Segeln geschickt und erfolgreich. Das ist für die Kinder toll und auch für die Klassengemeinschaft.“

An die Entstehung des Camps 24/7 erinnerte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) bei der Eröffnung am Mittwoch. „Das Camp 24/7 ist der beste Beweis, dass aus schlechten Dingen etwas Gutes werden kann.“ Im Zuge einer gescheiterten Olympiabewerbung ist das Segelcamp vor 14 Jahren ins Leben gerufen worden. „Es repräsentiert das maritime Flair und die Offenheit, die unsere Stadt ausmachen“, so Kämpfer weiter. Er selbst sei das beste Beispiel dafür, dass es als Kieler nicht selbstverständlich ist, segeln zu können. „Ich war letztes Wochenende mit einem Freund draußen und habe zweimal den Baum abbekommen“, erzählte er lachend.

„Das Segeln in Kiel sollte so selbstverständlich sein wie das Skifahren in Süddeutschland“, sagt Frank Meier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Kiel. Er hob besonders den sozialen Aspekt des Segelns hervor. „Ich freue mich, dass auch integrative Kurse angeboten werden, in denen Behinderte und Nicht-Behinderte zusammen segeln können.“ Mit OB Ulf Kämpfer übergab Meier als Symbol für den Saisonstart das Camp-Steuerrad an die Schülerinnern und Schüler der Klasse 1a der Friedrich-Junge-Grundschule. Stellvertretend für alle Kinder und Segel-Neulinge nahmen sie es entgegen.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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