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Hungrige Vorkoster im Klassenraum

Casting in Grundschule Russee Hungrige Vorkoster im Klassenraum

Das Kieler Amt für Schule, Kinder- und Jugendeinrichtungen hatte am Montag erstmals zu einem Probeessen in die Grundschule Russee eingeladen. Beim Koch-Casting stellten sich zwei Catering-Unternehmen, die nach den Sommerferien die neu gebaute Mensa aus eigener Produktionsküche beliefern sollen, der hungrigen Jury.

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Welcher Caterer hat den knackigsten Broccoli? Leonard (9) und Valerie (8) geben sich viel Mühe, die geschmacklichen Nuancen zu entdecken.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Wenn es um das Thema Essen an Schulen geht, wird traditionell viel gemeckert. Mal ist das Essen zu kalt, der Gemüsebratling zu fade oder die Nudeln zu weich. Doch wer selbst aussuchen darf, welcher Caterer für den täglichen Mittagstisch kocht, fühlt sich nicht nur beteiligt, sondern – hoffentlich – auch satt und zufrieden.

Qualitativ hochwertig, schmackhaft und altersgerecht: So wünschen sich Kinder, Eltern, Lehrer und Erzieher das Essen in der Mensa der Grundschule Russee. Die Kinder achten wohl eher auf das Kriterium „schmackhaft“, aber letztlich sind sie es auch, denen es richtig gut schmecken soll. Seit 2014 beschreitet die Stadt Kiel in Sachen Schulverpflegung neue Wege mit Caterern, die in der Lage sind, nachhaltig und lecker für viele hungrige Mäuler zu kochen. Und mit aktiver Beteiligung der einzelnen Schulen. Nachdem sich in der Vergangenheit bereits Bewerber im Rathaus mit einem Probeessen empfohlen hatten, verlegte das zuständige Amt dieses erstmals in eine Schule. Denn auch für die Grundschule Russee ist die warme Schulverpflegung ein Novum: Erst seit knapp einem Jahr gibt es dort eine betreute Grundschule. Zusätzlich beherbergt die Schule künftig eine Außenstelle der Kita am Osloring mit 66 weiteren kleinen Essern.

Ausgewählte Jury-Mitglieder

Gedeckt ist der Tisch im Smartboard-Raum der Grundschule deshalb für zehn Jury-Mitglieder, bestehend aus den Kita-Kindern Rahaf (6) und Aurora (6), den Grundschülern Valerie (8) und Leonard (9), Randi Sprinck, Bärbel Pooker und Frank Schmitz vom Amt für Schule, Erzieher Torsten Mannheim, Lehrerin Iris Weigt und Katrin Niehuys von der betreuten Grundschule. An den mitgebrachten Warmhaltebehältern wirbeln Anna Rademacher vom Caterer „Gabel-Freuden“ sowie Konkurrent Mario Stein von „Pari Serve“. Das Menü ist von der Schule vorgegeben: kindgerechte Rohkost mit zwei verschiedenen Dips, Salzkartoffeln, Broccoli, Frikadellen, Fisch und Schokopudding. Bewertet wird nach einem standardisierten Fragebogen mit Punktevergabe, der Teil eines „bewährten Verfahrens“ im Rahmen der Ausschreibung sei, wie die städtische Vorkosterin Bärbel Pooker erklärt. Unter anderem gehören Aussehen, Farbe, Präsentation, Geschmack, Geruch und Menge zu den Kriterien. „Wir orientieren uns dabei an einem Leistungsverzeichnis, das an den individuellen Bedarf angepasst ist“, ergänzt ihr Kollege Frank Schmitz.

Nachdem beide Caterer die Einzelkomponenten ihres Essens vorgestellt und den Raum verlassen haben, kann es endlich losgehen. Dem konzentrierten Schweigen, Schnüffeln und Verkosten folgen erste Urteile. Gar nicht so einfach: Hier schmeckt die Frikadelle besser, dort der Fisch. Was die Erwachsenen gut gewürzt finden, ist für die Kinder zu salzig. Die vorgegarte „Wackelmöhre“ als verkappte Rohkost „geht gar nicht“. Und der Schokopudding ist zwar nicht so üppig bemessen wie der andere, schmeckt aber eindeutig schokoladiger. „Man muss ein Gesamturteil finden, auch wenn die Einzelkomponenten unterschiedlich ankommen“, erklärt Katrin Niehuys ihrer Sitznachbarin Valerie, die es toll findet, dass sie stellvertretend für ihre Mitschüler testen darf. Das Ergebnis des Probeessens fällt mit einem Punkt Unterschied sehr knapp aus. Die Gesamtwertung steht aber erst nach einer Berechnung fest, in die weitere Richtwerte sowie der Preis einfließen. „Pari Serve“, Dienstleister im Paritätischen Wohlfahrtsverband, hat am Ende den Kochlöffel vorn: Nach den Sommerferien gibt es an der Grundschule Russee Schokoladenpudding für alle.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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