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Die Allee wird wieder lebendig

Chaussee Altona-Kiel Die Allee wird wieder lebendig

Die historische Chaussee Altona-Kiel soll abschnittsweise wiederhergestellt werden. Die notwendigen Baumpflanzungen und Schutzmaßnahmen sowie der Unterhalt werden aus Landesmitteln getragen, die Planung übernimmt der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein. Das teilte die Landesregierung am Mittwoch mit.

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 Die Anfang des 19. Jahrhunderts zwischen Altona und Kiel gebaute Altonaer Chaussee, heute die Landesstraße 319, ist zwar aufgrund ihres Baumbestandes idyllisch, aber für den heutigen Verkehr beschwerlich. Die Fahrbahndecke ist in einem verheerenden Zustand.

Quelle: prs ( Archiv)

Kiel. Schleswig-Holstein soll ein Stück seiner alten Identität zurückbekommen: Die Landesregierung hat am Mittwoch angekündigt, abschnittsweise die historische Chaussee wiederherzustellen, die den einstmals dänischen Elbhafen Altona mit dem ebenfalls dänischen Ostseehafen Kiel verband und 1832 unter König Frederik VI. fertiggestellt worden war. Es war die erste ingenieurtechnisch geplante und gebaute Straße in Schleswig-Holstein und hatte eine zentrale Bedeutung für die Erschließung des Landes. Entlang der 91 Kilometer langen Trasse, die über Quickborn, Bad Bramstedt und Neumünster führte, siedelten sich in den Folgejahren wichtige Gewerbe- und Industriebetriebe an.

Nur zehn Prozent erkennbar erhalten

Die aktuelle Initiative geht vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund aus, der sich seit zehn Jahren um den Fortbestand der Altonaer-Kieler Chaussee bemüht und mit überwiegend Spendenmitteln bereits rund 1100 Bäume gepflanzt hat. Etwa zehn Prozent der Chaussee sind nach Angaben des Präsidenten Jörn Biel noch als erkennbare Allee erhalten. „Das ist nicht viel“, sagte er. Ursprünglich hatten die Linden und Eichen mit ihrem Laubdach Pferden, Kutschern und Fahrgästen Schatten gespendet. Als die Straße für den Autoverkehr verbreitert wurde, bestand an den Bäumen kein Interesse mehr. Der Platzbedarf der Städte und nicht zuletzt die Kriege mit ihrem Mangel an Brennmaterial taten ihr Übriges.

Die Kiel-Altonaer Chaussee von 1832 führte entlang der alten Bundesstraße B4 von Kiel nach Hamburg. Durch den Bau der A7 verlor sie ihre Bedeutung.

Quelle: caj (Archiv)

Denkmal wird lebendig

Im vergangenen Herbst hatten Umweltminister Robert Habeck (Grüne) und sein Hamburger Senatskollege Jens Kerstan (Grüne) an der Stadtgrenze zwischen Bönningstedt und Schnelsen vier Kaiserlinden gepflanzt. Später erarbeiteten in Kiel die Staatssekretäre von Umwelt-, Verkehrs- und Kulturministerium ein gemeinsames Konzept: Pflanzungen, Schutzmaßnahmen und Unterhalt werden aus Landesmitteln getragen, die Planung übernimmt der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. „Mit der Wiederherstellung des Charakters als Allee wird dieses Denkmal wieder lebendig“, freute sich Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW).

Angesichts von 500 Euro pro Baum und weiteren 500 Euro pro Schutzplanke geht Heimatbund-Präsident Biel von mehreren hunderttausend Euro Gesamtkosten aus. Es handle sich jedoch um ein langfristig angelegtes Herzensprojekt. „Wenn es gelingt, in den nächsten zehn Jahren weitere fünf bis zehn Prozent wiederherzustellen, wäre ich schon sehr zufrieden.“

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

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