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Wo die Uni ihre Stadt geprägt hat

Christian-Albrechts-Universität Wo die Uni ihre Stadt geprägt hat

„Pax optima rerum“ lautet der Leitspruch der Kieler Universität: „Frieden ist das Beste aller Dinge“. Doch in ihrer 350-jährigen, wechselvollen Geschichte musste die Christian-Albrechts-Universität viele politische Unruhen, Umbrüche und Kriege verkraften.

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„Ohne die Universität würde Kiel eine Menge fehlen“: Die Stadtführer Uwe Trautsch und Manuela Junghölter haben die acht Stationen der historischen Rundgänge ausgearbeitet. Sie freuen sich darauf, vertraute Orte der Innenstadt aus neuer Perspektive zu beleuchten.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Der letzte große Krieg tilgte viele Spuren im Stadtbild, so dass auch Kieler heute oft nicht wissen, wie eng die Entwicklung der Stadt mit der CAU verflochten ist. Unter dem Motto „...das Beste aller Dinge“ bietet Kiel-Marketing ab Mai anlässlich des CAU-Jubiläums historische Stadtrundgänge an, die ein neues Licht auf vertraute Gebäude und Plätze werfen sollen.

„Das ist die perfekte Einführungsveranstaltung für Erstsemester“, scherzte Uwe Wanger, Geschäftsführer von Kiel-Marketing, gestern bei der Vorstellung der Rundgänge in der Nikolaikirche. Diese war nicht zufällig gewählt: Am 5. Oktober 1665 war dort in einer mehrstündigen feierlichen Zeremonie die Universitätsgründung vollzogen worden. Und hier beginnen auch die zweistündigen historischen Stadtrundgänge zu den Wurzeln der Kieler Hochschule. Die erfahrenen Stadtführer Manuela Junghölter und Uwe Trautsch haben eine Tour erarbeitet, die die Teilnehmer zu acht bekannten Orten in der Altstadt führt und insgesamt 14 Themen von der Gründung bis zu Forschungseinrichtungen der Gegenwart aufgreift. „Wir hatten so viele Informationen, dass wir für unseren Überblick gut auswählen mussten“, berichtete Manuela Junghölter. Sie ist inzwischen sicher: „Ohne Universität würde uns hier eine ganze Menge fehlen.“

Markante Gebäude aus preußischer Zeit wie das Zoologische Museum oder die Alte Universitätsbibliothek, in der heute die Medizinhistorische Sammlung beherbergt ist, gehören ebenso zu den Stationen wie der Ratsdienergarten, das Kieler Kloster oder der Alte Botanische Garten, der einst Teil der Kieler Schlossanlage war. Mit Fotos, Geschichten und Anekdoten wollen die beiden Stadtführer nicht nur politische und historische Zusammenhänge deutlich machen, sondern auch zum Lachen und Staunen anregen. Warum wurde die Universität viele Jahre von St. Petersburg aus verwaltet, wie ist die CAU zu ihren Farben Lila und Weiß gekommen, woran erkannte man die Studenten im Stadtbild und was hatte es mit der Professoren-Empore in der Nikolaikirche auf sich? „Das wollen wir alles erzählen und die Geschichte sichtbar machen“, sagte Stadtführer Trautsch. Viele Kieler hätten vergessen, dass die Uni einst im Herzen der Stadt gelegen habe und nicht, wie heute, am Rand. „Die Universität und die Stadt pflegen seit jeher eine enge Beziehung“, betonte CAU-Präsident Prof. Lutz Kipp. „Umso mehr freue ich mich, dass diese spannenden Rundgänge zeigen, an welchen Stellen im Stadtbild die Uni prägend war.“ Was am Ende „das Beste aller Dinge“ sei, müsse jeder für sich entscheiden.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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