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Keine Angst vor Akzeptanz

Christopher-Street-Day in Kiel Keine Angst vor Akzeptanz

„Ich bin Mensch zu hundert Prozent, egal wie man mich nennt“, singt Moderator Holger Edmaier bei der Schlusskundgebung des Kieler CSD auf dem Asmus-Bremer-Platz.

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Rund tausend Menschen demonstrierten unter dem Regenbogenbanner für Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensentwürfen.

Quelle: Foto Kaniecki

Kiel. Rund tausend Menschen, ganz gleich ob homo-, bi-, trans- oder heterosexuell, waren vorher unter dem Regenbogenbanner, das auch wieder am Rathaus flatterte, durch die Innenstadt gezogen, um für Akzeptanz unterschiedlicher, bunter Lebensentwürfe und nicht zuletzt für die Gleichstellung der Ehe von Homosexuellen zu demonstrieren.
 
Gleich sei nämlich immer noch nicht „gleich-gültig“, so das Motto des 18. Kieler CSD, bei dem alljährlich an die Unterdrückung und Polizeiwillkür gegen Homosexuelle 1969 in der New Yorker Christopher Street erinnert wird. Und sei damit hoch aktuell, so die Schirmherrin Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz Kultur und Europa, in ihrer Rede. Seit der Volksabstimmung in Irland, bei der sich „selbst in einem katholisch geprägten Land“ eine große Mehrheit für die Homo-Ehe ausgesprochen hatte, komme auch in Deutschland „endlich wieder Schwung in die Debatte“. „Es gibt keinen einzigen guten Grund, warum die Ehe nicht auch gleichgeschlechtlichen Paaren offenstehen sollte“, sagte Spoorendonk und forderte unter lautstarkem Beifall in Richtung der CDU, wo sich auch immer mehr für die Homo-Ehe aussprächen, „mehr Mut!“ „Es ist an der Zeit, statt der vielen kleinen Schritte endlich einen großen zu wagen.“
 
Aber nicht nur bei der Ehe sei Akzeptanz vielfältiger Lebensentwürfe nach wie vor nicht gewährleistet. Deshalb müsse man „über den Tellerrand schauen, und sich in allen Lebensbereichen für eine weltoffene und bunte Gesellschaft einsetzen“, forderte Spoorendonk gerade auch im Hinblick auf wieder zunehmende Ressentiments gegen Minderheiten wie Flüchtlinge und Migranten. „Wir stehen hier alle gemeinsam für ein Europa der Akzeptanz und der Menschenrechte.“
 
So wertete es auch Daniel Peters, der für den CSD-Verein sprach, als ein gutes Zeichen, dass die Regenbogenfamilie bei den Anti-Pegida-Demos „Flagge für bunte Vielfalt“ gezeigt habe. Das müsse sie weiter in allen gesellschaftlichen Bereichen tun, etwa in der evangelischen Kirche, die Homo-Paaren die Trauung verweigere, sie lediglich segne. Hier zeige sich, dass die eingetragene Lebenspartnerschaft nicht „gleich gültig“ sei. Auch sonst gebe es noch genug zu tun, zum Beispiel bei der Rehabilitation von Opfern des Homosexuellen-Paragraphen und bei der Reform des Transsexuellengesetzes.
 
Wie bereichernd die bunte Vielfalt unter dem Regenbogenbanner sein kann und dass „mensch“ vor ihrer „Akzeptanz keine Angst haben muss“, zeigte anschließend das Straßenfest mit musikalischen Beiträgen von Franky Dion, Phrasement und den Räucherstäbchenmädchen.
 

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