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Das Meer politisch gesehen

CineMare in Kiel Das Meer politisch gesehen

Dass das Meer sowohl ein noch kaum entdeckter Lebensraum ist, als auch eine gefährdete Sphäre, die es zu schützen gilt, zeigte das Meeresfilmfestival CineMare in seinem fünf-tägigen Programm mit über 40 Filmen und bei der Preisverleihung am Sonnabend im CinemaxX.

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Die (anwesenden) Preisträger des Meeresfilmfestivals CineMare und ihre Protagonisten: (v.l.) Christian Howe (Submaris-Taucher), Till Dietsche (Festivalleiter), Robert Marc Lehmann (Submaris-Taucher), Thomas Mauch (Deutscher Meeresfilmpreis für „Bei Auftrag – Abenteuer!“), Eike Köhler (lobende Erwähnung für „Im Kajak zum Polarkreis“), Ulf Marquardt (Publikumspreis für „Supermann mit Flossen – Der Rotfeuerfisch“). Vorne: Moderator Norbert Aust als Meeresgott Neptun.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Neben dem Gewinner des Publikumspreises, „Supermann mit Flossen – Der Rotfeuerfisch“ von Ulf Marquardt, den CineMare als Weltpremiere zeigte, wurden Filme ausgezeichnet, die das Meer politisch sehen. Der Meeresschutzfilmpreis ging an „Seeblind“ von Denis Delestrac. Buchstäblich einmal um die ganze Welt reisen viele Produkte auf Containerschiffen, wo Seeleute aus Billiglohnländern die dort zu Hungerlöhnen produzierten Konsumgüter unter menschenunwürdigen Bedingungen verschiffen. Die Containerschifffahrt boomt, ist ein einträgliches Geschäft für Reeder. Wie in einer globalisierten, Mensch und Meer ausbeutenden Transportwirtschaft alles mit allem zusammenhängt, zeigt der Film eindrücklich.
Bereits zu Beginn des Festivals hatte sich „Bon Voyage“ von Marc Wilkins als politisch hoch aktuell erwiesen. Er begleitet ein Seglerpaar, das auf dem Mittelmeer in die so genannte „Flüchtlingskrise“ verwickelt wird, und wurde dafür mit dem Meereskurzfilmpreis ausgezeichnet. Politisch ist auch der Gewinner des Jugend-Umweltfilmpreises: In „Hinter Glas“ fragen Linnea Meusel und Lena Greiner, wie sich wohl ein Fisch in der Gefangenschaft eines Aquariums fühlt.
Bei CineMare ging es auch um das Abenteuer Meer, das ein „Meer Bewusstsein“ und damit Engagement wecken kann. Mit dem Seefahrerfilmpreis wurde Philip Gnadts „Gaza Surf Club“ ausgezeichnet, der Surfen als Protest inmitten einer Krisenregion zeigt. Und wenn die Kieler Forschungstaucher von Submaris abtauchen, um in Thomas Mauchs NDR-Doku (Deutscher Meeresfilmpreis) „Bei Auftrag Abenteuer“ zu erleben, ist auch das ein politischer Auftrag, die Meere zu schützen.

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Ein Artikel von
Jörg Meyer

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