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Ein Hauch von Las Vegas in Kiel

Circus Krone Ein Hauch von Las Vegas in Kiel

Nostalgisch, klassisch, zauberhaft: Circus Krone präsentierte sich bei seiner „Evolution“-Premiere in Kiel in bester Zirkustradition. Mit Clownerie, Akrobatik und exotischen Tiernummern bewies der Zirkus einmal mehr, dass „handgemachte“ Unterhaltung auch in Zeiten medialer Übersättigung faszinieren kann.

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Wenn die sechs Aras von Tierlehrer Alessio ihre Runden durch das Zelt drehen, ist das Publikum verzaubert.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Vor dem Zirkusgelände auf dem Wilhelmplatz protestierten unterdessen rund 25 Tierschützer mit einer Mahnwache, zu der die Hochschulgruppe für Tierrechte (HSGT) aufgerufen hatte, gegen Wildtiere im Zirkus. Europas größter Zirkus hatte zuvor mit einer Schau der Superlative geworben, mit einer „unvergesslichen Reise um die Welt“ an der Seite von 54 Artisten, Tierlehrern und Clowns aus zwölf Nationen. Für das farbenprächtige Spektakel zum 110. Geburtstag des Traditionsunternehmens hat Direktorin Christel Sembach-Krone eigens den amerikanischen Choreographen Gene Reed engagiert. Dabei herausgekommen ist ein Hauch von Las Vegas mit einer kräftigen Prise Folklore – und natürlich vielen circensischen Höhepunkten. Einer davon ist die Seelöwen-Comedy von Petra und Roland Duss, die dafür im Zirkus-Mekka Monte Carlo mit dem Silbernen Clown ausgezeichnet worden sind. Sie präsentierten ihre vier kalifornischen Ohrenrobben nicht nur als Balancekünstler und Kussakrobaten, sondern auch als Comedians mit einer Vorliebe für viel, viel Fisch. Ganz ohne Heringe, aber mit mindestens ebenso viel Talent für Komik, lieferten sich die Clowns Fumagalli und Daris einen Schlagabtausch, der durch Wortwitz und Mimik glänzte.

 Die mongolischen Kraftpakete der Truppe Khadgaa stemmten nicht nur mühelos 150-Kilo-Gewichte und Kolleginnen wie Daunenfedern, sondern schufen durch die musikalische Untermalung von mongolischem Kehlkopfgesang und Pferdekopfgeige eine fast mystische Stimmung unter der blauen Zeltkuppel. Die Schwerkraft schien dagegen für den Kolumbianer Crazy Wilson mit seinem „Fliegenden Motorrad“ keine Rolle zu spielen, und auch die tollkühne Truppe „Flying Zuniga“ schwebte scheinbar mühelos von Trapez zu Trapez.

 Zu den tierischen Attraktionen zählte vor allem die Raubtiernummer von Martin Lacey, der mit der Kraft und Eleganz seiner 26 weißen und goldfarbenen Tiger und Löwen aus eigener Zucht spielte. Mit dabei auch der weiße Löwe „Baluga“, der 2011 bei der Krone-Tournee in Kiel geboren wurde. Geradezu magisch mutete die Papagei-Dressur des italienischen Tierlehrers Alessio an: Sechs Aras und sechs Sonnensittiche zeigten ihre Flugkünste frei fliegend im Zirkuszelt.

 Die Mahnwache der Gegner von Wildtierzirkussen verlief planmäßig ruhig. „Wir glauben nicht, dass es Sinn macht, Parolen zu skandieren und wollen auch niemanden angreifen oder beleidigen“, sagte David Beureuther von der HSGT. Die Gruppe wolle vielmehr von ihrer Haltung überzeugen. Circus Krone begegnet den Vorwürfen, wie berichtet, mit der offenen Einladung an alle Interessierten, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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