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Circus Krone setzt auf Offenheit

Aktionstag Circus Krone setzt auf Offenheit

Beim Thema Tierschutz schlagen die Emotionen gerne hoch. Nicht selten fühlt sich da der Circus Krone von Tierrechtlern zu Unrecht angegriffen. Um zu zeigen, wie die Tiere leben und trainiert werden, lud der Zirkus zur öffentlichen Raubtierprobe und einem Aktionstag gegen Tierquälerei ein.

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Baluga wurde vor vier Jahren auf dem Wilhelmsplatz in Kiel geboren. Der weiße Löwe zeigte sich mit Tierlehrer Martin Lacey am Wochenende dem Publikum.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Die weißen Löwen und Tiger des Tierlehrers Martin Lacey jr. sehen gepflegt aus, wirken eher ruhig als gestresst und hören gut. Der Dompteur wird nicht müde zu erklären, dass er seine Tiere liebt, sie seine Familie sind und er nur das Beste für sie möchte. Und so basiert sein Training auf Vertrauen, Stimme, fleischige Belohnung und soll ihrem natürlichen Bewegungsdrang entsprechen. „Der Löwe ist von Natur aus faul und döst bis zu 18 Stunden am Tag. Ich muss also eher aufpassen, nicht zu viel mit ihnen zu machen“, erzählt er.

Auch sei nicht jeder seiner 28 Löwen und drei Tiger gleich veranlagt und für jede Bewegung geeignet. Das sei wie bei Kindern. Als Eltern würde man die Fähigkeiten und Stimmungen erkennen und dementsprechend darauf eingehen. Der von einigen kritisch beäugte Stock, der beim Training zum Einsatz kommt, diene als Verlängerung seines Armes. Und sieht man dem Tierlehrer zu, glaubt man ihm das gerne. Die Chemie zwischen Dompteur und Raubtieren scheint zu stimmen.

Schwarze Schafe belasten Allgemeinbild

Die Kritik, dass Wildtiere nichts im Zirkus verloren haben, wird nur kopfschüttelnd aufgenommen. „Das sind keine Wildtiere, sie sind seit 20 Generationen in der Familie“, berichtet Pressesprecherin Susanne Matzenau. Auch Max Siemoneit-Barum, der bei Krone arbeitet, mag davon nichts mehr hören. „Da wird von den Tierrechtler teilweise wild drauflos geplappert und sie wissen eigentlich gar nicht wovon sie reden, weil sie sich das nicht persönlich angeschaut haben, sondern nur das lesen, was im Internet steht“, sagt er. In den vergangenen 20 Jahren habe sich viel in der Zirkuswelt getan. „All unsere Stallungen sind doppelt so groß als gefordert und wir werden sehr streng kontrolliert“, betont Siemoneit-Barum. Natürlich gebe es schwarze Schafe unter den Zirkus-Unternehmen und die würden das Allgemeinbild belasten.

Pietro Bento ist für die Exoten zuständig und genervt von der Kritik mancher Tierrechtler. „Es tut weh, sich für etwas rechtfertigen zu müssen, was man gar nicht getan hat. Die haben noch nicht einmal die Hälfte an Erfahrung, die wir mit den Tieren haben“, sagt er zu den falschen Behauptungen, die immer mal wieder auftauchen würden und keiner wirklich belegen könnte.

Annelie Wulff schaute vorbei, um die Haltung kritisch zu hinterfragen. „Es ist gut zu sehen, wie hier mit den Tieren umgegangen wird und ich glaube den Worten auch, aber im Inneren meines Herzens gehören die Tiere nicht hierher, sondern in die Natur“, betont sie.

Doch das sieht Bento anders. „Die Leute haben so eine Walt-Disney-Vorstellung, wie die wilden Tiere in der Natur leben. Dabei hat der Mensch der Natur und den Tieren doch schon so geschadet und viele Tierarten ausgerottet“, argumentiert er. Aber als Zirkus habe man die Chance, den Menschen die Tiere und ihre Natur nahe zu bringen. Und die seien interessiert, denn „die am häufigsten gestellte Frage von Gästen ist, ob wir Raubtiere haben“, so Susanne Matzenau. Und so bestimmt die Nachfrage auch das Angebot.

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