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„Littorina“ ist immer noch gut in Schuss

Containerschiff „Littorina“ ist immer noch gut in Schuss

40 Jahre sind eigentlich für Schiffe ein beachtliches Alter. In der derzeitigen Schifffahrtskrise werden Containerschiffe nicht selten nach 20 Jahren verschrottet. Werden sie aber gut gepflegt und laufend modernisiert, können sie sehr alt werden.

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„Tom Kyle“ und sein Team: Sebastian Noack, Marcel Rothenbeck, Sabah Badri-Höher und Lars Wolff (von links) an Bord des Forschungsschiffs „Littorina“.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Ein Paradebeispiel dafür ist die „Littorina“. Am Wochenende feierte das Kieler Forschungsschiff sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Und an ein Ende ist noch nicht zu denken. „Das Schiff ist das ganze Jahr über schon wieder ausgebucht. Wir brauchen die ,Littorina’“, sagt Prof. Jens Greinert vom Forschungsinstitut Geomar. am Freitag nutzte er das 29,8 Meter breite Schiff für die Forschung in der Eckernförder Bucht.

 Dabei gab es eine Premiere. Erstmals wurde von Bord die autonome Unterwasserdrohne „Tom Kyle“ eingesetzt. Das Gerät von der Größe eines Rasenmähers ist ein in Kiel entwickeltes AUV. Die drei Buchstaben stehen für „Autonomous Underwater Vehicle“ – Tauchgeräte, die autonom den Meeresboden untersuchen. Geboren wurde die Idee zum Bau dieses Geräts vor zwei Jahren auf dem Ostufer. „Es war ein Gemeinschaftsprojekt von Fachhochschule, Technischer Fakultät und Geomar“, sagt Professorin Sabah Badri-Höher von der Fachhochschule Kiel. Bislang waren Kieler Wissenschaftler bei Forschungseinsätzen in großen Tiefen immer auf AUVs von amerikanischen Herstellern angewiesen. „Deshalb haben wir uns überlegt, ob wir so etwas nicht auch selbst bauen können“, sagt Marcel Rothenbeck vom AUV-Team bei Geomar. Ein Antrag wurde gestellt, und aus dem Robex-Programm der Helmholtz-Allianz „Robotische Exploration unter Extrembedingungen“ gab es 50000 Euro. Ein Jahr tüftelten Techniker und Wissenschaftler an der Konstruktion. Das AUV war im Sommer 2014 fertig und bekam den Namen „Tom Kyle“. Dann kam die Stunde der Wahrheit. Um zu testen, wie gut es ist, reiste das Team nach Italien. In La Spezia stellten sie sich einem Wettbewerb mit anderen europäischen und amerikanischen Entwicklungen. Die kleine „Tom Kyle“ fuhr dabei gleich auf den zweiten Platz. „Das war für uns schon ein großer Erfolg“, sagt Rothenbeck.

 Nach weiteren Optimierungen in Kiel hatte „Tom Kyle“ am Freitag seine Ostseepremiere. „Und es hat wirklich toll funktioniert. So tief ist er noch nie getaucht“, freut sich Rothenbeck. Der Vorteil der Kieler Eigenentwicklung sind die Kosten. „Wir haben hier eine wirklich sehr günstige Alternative zu den anderen AUVs auf dem Markt“, so der Geomar-Mann. Für den Forschungsstandort Kiel ist das ein Paradebeispiel für die Kooperation der Institute. „Wir allein können es nicht. Deshalb ist die Zusammenarbeit so wichtig“, sagt Prof. Badri-Höher.

 Die „Littorina“ hat ihren Auftrag dabei auch bestens erfüllt. Das auf der Dietrich-Werft in Oldersum gebaute Schiff gehört der Christian-Albrechts-Universität. Die Betriebskosten teilt sich die CAU mit Geomar. Als Reeder fungiert die Firma Offcon aus Kappeln in Kooperation mit der großen Reederei NSB aus Buxtehude. Ein Nachfolgeschiff ist zwar gewünscht, aber noch nicht in Sicht.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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