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Das Marinearsenal ist Geschichte

Festakt Das Marinearsenal ist Geschichte

Aus und vorbei. Die Ära des Marinearsenalstandorts Kiel wurde am Donnerstag beendet. Mit einem Festakt endete der Betrieb auf dem Ostufer. Der letzte Leiter, Frank Bernhardt, meldete das Arsenal an seinen Wilhelmshavener Chef Christoph Otten ab.

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Mit einem Festakt wurde das Kieler Marinearsenal offiziell außer Dienst gestellt. Aktive und ehemalige Mitarbeiter kamen noch einmal in den Hallen zusammen, in denen fast 60 Jahre lang Waffen und Geräte der Marineeinheiten repariert wurden. Zukünftig ist die Wehrtechnische Dienststelle 71 dort beheimatet.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Der Leitende Direktor des Marinearsenals wiederum vollzog die Außerdienststellung mit der Meldung an den Präsidenten des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung, Harald Stein. Der ranghöchste Rüstungsbeamte des Bundes lobte den Einsatz der Mitarbeiter bei der Reform.

 Die Entscheidung zur Schließung hatte der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière im Oktober 2011 gefällt. „Angesichts der schrumpfenden Zahl von Marineeinheiten war es unausweichlich, auch über eine Reduzierung der Arsenalkapazitäten nachzudenken“, so Stein. Gleichwohl war gestern auch durch alle Reihen Kritik zu hören. Mit dem Abbau der Fachkräfte im Kieler Arsenal fallen Fähigkeiten weg, auf die die Marine bislang schnell zugreifen konnte. Diese Aufgaben sollen nach den Vorstellungen des Ministeriums zukünftig verstärkt private Firmen übernehmen. Die Zahl der Mitarbeiter in den beiden Arsenalstandorten Kiel und Wilhelmshaven wurde von 2000 auf 944 reduziert. Allein in Kiel fallen 700 Stellen weg. Eigentlich wollte der Minister Kiel komplett schließen. „Unter starken Anstrengungen ist es uns aber gelungen, 44 Dienstposten in Kiel für die Betreuung der U-Boote und Minenjagdboote zu erhalten“, verkündete Otten gestern. Darüber hinaus sollen 70 Mitarbeiter für die zukünftige Abwicklungsstruktur erhalten bleiben. Die WTD 71 hat im Arsenal außerdem noch über 100 Mitarbeiter.

 Dennoch könne in Zukunft nicht der Service für die weltweit aktive Marine geboten werden, wie es bislang der Fall war, so Otten. Die Lücke sollen vermehrt private Anbieter übernehmen. „Einfach gesagt: Es wird teurer“, bilanzierte Otten. Auch von der Marine waren die Sorgen zu hören. „Wir sind nicht in der Lage, ohne Sie unseren Auftrag zu erfüllen“, sagte Konteradmiral Karl-Wilhelm Ohms vom Marinekommando an die Adresse der Arsenal-Mitarbeiter. „Das ist ein trauriger Tag für die Marine“, erklärte auch Kapitän zur See Jan C. Kaack, der Kommandeur der Einsatzflottille 1. Ohms äußerte die Hoffnung, dass die Organisationsstruktur einer baldigen Überprüfung unterzogen werde. Eine Überführung aller Ostsee-Einheiten zur Wartung nach Wilhelmshaven scheitere ab Januar schon an der Einführung der neuen Soldatenarbeitszeitrichtlinie, die die wöchentliche Arbeitszeit der Soldaten auf 41 Stunden begrenzt. Wenn dann ein Minenjagdboot in 36 Stunden von Kiel nach Wilhelmshaven zur Reparatur fährt, hat die Besatzung den größten Teil der Wochenarbeitszeit verbraucht.

 „Ich habe in 20 Jahren fünf Reformen miterlebt. Keine einzige Reform ist dabei wirklich zu Ende gebracht worden“, schimpfte der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Peter Schmidt. „Die Entscheidung zur Schließung des Arsenalbetriebs in Kiel war und ist eine Fehlentscheidung“, sagte gestern der Personalrat Heino Prüß vom Kieler Arsenalbetrieb.

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