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Den inneren Akku aufladen

Das Müttergenesungswerk wird 65 Den inneren Akku aufladen

„Damit Mama wieder lacht“: Unter diesem Motto stehen vom 1. bis zum 17. Mai wieder die Haus- und Straßensammlungen des Müttergenesungswerks. Auch in Kiel und Umgebung sind die Sammelbüchsen vorbereitet. Viele der ehrenamtlichen Unterstützerinnen sind schon seit Jahrzehnten dabei.

Kiel. Das Ziel der Aktion ist, die Gesundheit von Müttern, Vätern und Kindern zu stärken und dafür viele Spenden zu sammeln. Die Kosten für die Kuren in einer der 77 anerkannten Kliniken übernehmen zwar größtenteils die Krankenkassen. Beim gesetzlichen Eigenanteil, der Nachsorge und den Nebenkosten sind Frauen in schwierigen finanziellen Situationen jedoch auf Unterstützung angewiesen. Nachdem in den vergangenen Jahren viele Anträge abgelehnt wurden und Einrichtungen sogar schließen mussten, habe sich die Situation nun geändert und der Andrang sei zurzeit sehr groß, berichtete Frauke Janßen vom Frauenwerk Altholstein beim Vorbereitungstreffen für die Sammlung: „Die Häuser können wieder schwarze Zahlen schreiben.“ Auch bei Vätern steigt das Interesse. Das Müttergenesungswerk bietet neuerdings in zwölf Kliniken bundesweit spezielle Vater-Kind-Konzepte.

Seit 65 Jahren gibt es die Elly-Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk (MGW), die kranken und erschöpften Eltern hilft, bei einer Kur den inneren Akku wieder aufzuladen. Vier Millionen Mütter und Kinder konnten seit 1950 die Angebote in den Kliniken nutzen. Etwa 1300 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände in Deutschland informieren kostenlos bei allen Fragen zu medizinischen Programmen, Anträgen und Klinikauswahl. 2013 wurde unter dem Dach des Müttergenesungswerks eine „Zustiftung Sorgearbeit“ gebildet und die Tätigkeit ausgeweitet auf Väter und Pflegende. Kuren für Mütter und Mütter mit Kindern, aber auch für Väter sowie Väter mit Kindern oder pflegende Angehörige sind heute gesetzlich geregelt.

„Mit diesen Änderungen bin ich einverstanden“, sagt Renate L. Hohensee, die schon seit rund 40 Jahren zu den ehrenamtlichen Kieler Unterstützerinnen gehört und in diesem Jahr wieder in Suchsdorf mit der Sammeldose unterwegs sein wird. Auch wenn die Nachkriegszeit der Trümmerfrauen vorbei ist, bleibt der Bedarf für Kuren doch hoch: Mehr als zwei Millionen Mütter und rund 235000 Väter gelten heute nach Schätzungen des Müttergenesungswerkes bundesweit als kurbedürftig, weil sie krank oder erschöpft sind.

Infos zu den Beratungsstellen unter Tel. 030/33002929 oder www.muettergenesungswerk.de

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