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Auslandsvereine haben noch keine Bleibe

Das Warten kostet Nerven Auslandsvereine haben noch keine Bleibe

Das Schreiben an alle Fraktionen, Dezernenten und den Stadtpräsidenten ist ein weiterer eindringlicher Hilferuf einer der Auslandsvereine auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Die Società Dante Alighieri fürchtet nach der Kündigung der Räume in der Hardenbergstraße sogar um ihren Fortbestand.

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Die Hardenbergschule hat Eigenbedarf: Die italienischen, französischen und spanischen Auslandsvereine müssen nächstes Jahr ausziehen.

Quelle: Thomas Eisenkraetzer

Kiel. Die Stadt verspricht, mit Hochdruck nach einer möglichst dauerhaften Lösung zu suchen. Derzeit sind drei Gebäude im Gespräch, zum Beispiel die Bundeswehrfachschule in der Herthastraße in der Wik. Daneben lotet Stadtpräsident Hans-Werner Tovar noch das Initiativenhaus in der alten Fröbelschule und aktuell die seit langem leerstehende Immobilie in der Waisenhofstraße, in der früher auch die Stadtbilderei untergebracht war, aus. Doch bei allen drei Immobilien steht ein hoher Sanierungsbedarf an. Während aber die alte Fröbelschule und das Haus in der Waisenhofstraße bereits im Besitz der Stadt sind, müsste sie die Bundeswehrfachschule erst einmal kaufen, was laut Tovar deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde.

Als die drei Institute 1990 in die damals leerstehende Enking-Realschule zogen, mussten sie nach eigenen Angaben in Eigenregie und kostenintensiv das heruntergekommene Gebäude in Stand setzen, um heute im Jahr etwa 240 kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen, Gesangs- und Liederabende, Filme, Theater und vor allem Sprachunterricht anbieten zu können. Etwa 2000 Teilnehmer nehmen an den Fremdsprachen-Kursen teil. Dass die Auslandsvereine wertvolle Beiträge zur Völkerverständigung und für die Kieler Kultur- wie Bildungslandschaft leisten, erkennen Politiker und Stadt an, aber auch die Notwendigkeit, die Schüler unterzubringen.

Teil des Vereinsvermögens steckt in der Einrichtung

Für die Auslandsvereine bedeutet das Warten auf eine Lösung eine nervenaufreibende Hängepartie. „Wie es weitergehen kann, steht in den Sternen“, klagt die Deutsch-Italienische Gesellschaft (etwa 1000 Mitglieder) in ihrem Schreiben an die Politik und Stadtspitze. Man habe den Zusagen der Stadt auf Planungssicherheit vertraut, einen wesentlichen Teil des Vereinsvermögens in die Einrichtung gesteckt, kritisiert der Vorstand. Ohne eine feste Bleibe sei man nicht in der Lage, das vielfältige Programm von Lesungen, Kursen bis hin zu Kieler-Woche-Aktionen weiter anzubieten, befürchtet Vorsitzender Sebastiano Caso und warnt: „Das könnte die Gesellschaft die Existenz kosten.“ Tovar zeigt zwar Verständnis für den Ärger, weist aber Vorwürfe eines Versäumnisses oder einer Salamitaktik zurück: Die Kinder zu beschulen, sei ein gesetzlicher Auftrag. Die Stadt, die den Instituten die Räume zu Betriebs- und Nebenkostenpreis vermietet hat, habe ihnen daher kündigen müssen. Sei ein Umzug Mitte 2018 in keines der drei infrage kommenden Gebäude möglich, werde man eine Zwischennutzung finden, versichert Tovar.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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