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Das Wohnen wird immer teurer

Landeshauptstadt Das Wohnen wird immer teurer

Die Nachfrage nach Wohnraum in Städten wie Kiel steigt weiter, Mieten und Verkaufspreise ziehen weiter an: Das ist ein Ergebnis des Immobilienspiegels 2015, den der Immobilienverband (IVD) Nord am Mittwoch in Kiel vorstellte.

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Das Wohnen in der Kieler Innenstadt wird immer teuerer.

Quelle: Matthias Hiekel/dpa

Kiel. Grund dafür seien zum einen die historisch niedrigen Bauzinsen, zum anderen die niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt. „Die Sicherheit einer Immobilie in einer gefragten Lage und die daraus resultierende Rendite führt zwangsläufig zu einer gesteigerten Nachfrage“, sagt Björn Petersen, stellvertretender IVD-Nord-Vorsitzender.

Allerdings sieht IVD-Makler Bernd Hollstein den derzeitigen Trend eines zinsgetriebenen Marktes nicht von Dauer: „Wenn sich die Zahlen ändern und die Zinsen wieder ansteigen, kann das für manchen Käufer schon ein böses Erwachen bedeuten.“ Sein Rat gerade an Privatinvestoren: „Legen Sie die Finanzierung zu den aktuellen Konditionen möglichst langfristig fest.“

Seit 2010 hat sich laut Immobilienspiegel, der seit 1971 erhoben wird und auf Daten der 1500 Mitgliedsunternehmen beruht, gerade die Nachfrage nach Eigentumswohnungen verstärkt: In gefragten Kieler Lagen insbesondere im Norden werden derzeit für Wohnungen mit guter Ausstattung im Schnitt 2200 Euro pro Quadratmeter genommen – zehn Prozent mehr noch als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum stiegen die Preise in Lübeck um sieben Prozent auf 1550 Euro, in Flensburg um acht Prozent auf 1300 Euro.

Einfamilienhäuser sind in Kiel im Schnitt derzeit fünf Prozent teurer als im Vorjahr: Für ein freistehendes Haus (150 Quadratmeter, gute Lage, großes Grundstück) werden derzeit 340000 Euro aufgerufen, in Lübeck kostet ein vergleichbares Objekt 280000 Euro. Im Vergleich zu 2013 ist die Kaufnachfrage allerdings deutlich zurückgegangen – „es gab damals einen Vorzieheffekt aufgrund der auf 6,5 Prozent erhöhten Gewerbesteuer“, sagt Petersen.

Von seiner Lage als Unistadt profitiert Kiel auch im Mietwohnungsbereich, dort speziell am Westufer: Die Mieten sind laut der IVD-Studie im Schnitt um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, für Neubauwohnungen werden Nettokaltmieten zwischen acht und 10,50 Euro pro Quadratmeter verlangt. Allerdings sieht die Entwicklung in der Fläche anders aus: „Ab einem Radius von etwa 20 Kilometern rund um die Städte im Norden sind Kauf- und Mietpreise konstant, bei älterer Bausubstanz mancherorts sogar fallend“, sagt Petersen. Für das kommende Jahr erwartet der Makler eine Phase der Konsolidierung: „Die Nachfrage nach Wohnraum von Flüchtlingen kommt bisher auf dem privaten Wohnungsmarkt noch nicht spürbar an.“

In Sachen Eigentum sei im kommenden Jahr in attraktiven Lagen der Innenstädte und nachgefragten Ferienregionen mit einer weiteren Preissteigerung zu rechnen: „Wohneigentum ist weiterhin für sicherheitsbewusste Anleger ein wichtiges Segment“, betont Petersen. Für Makler insgesamt hat sich nach Einführung des Bestellerprinzips zwar die Arbeit aufgrund der Nachfrage von Mietern nach Wohnungen mehr als verdoppelt, gleichzeitig drängen aber auch immer mehr Online-Makler auf den Markt. „Es wird zu einer Konzentration in unserer Branche kommen. Aber die Qualität der Vermittlung zählt immer noch mehr als ein vermeintlich günstiger Preis“, sagt Petersen.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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