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Minenjagdboot beendete EU-Einsatz

"Datteln" erreicht Kiel Minenjagdboot beendete EU-Einsatz

Das Minenjagdboot "Datteln" beendete am Freitag einen dreimonatigen EU-Einsatz in Kiel. Das 54 Meter lange Boot hatte seit Juni zusammen mit dem Kieler Tender "Werra" an der EU-Operation Sophia teilgenommen und dabei 607 Menschen aus Seenot gerettet.

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Das Minenjagdboot "Datteln" in Kiel.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das zum 3. Minensuchgeschwader in Kiel gehörige Boot rettete allein am 5. September 273 Menschen. Die 42 Soldaten holten an dem Tag die größte Zahl Menschen an Bord, die je ein Minenjäger der Marine gerettet hat. Für diese Leistung erhielten Besatzungsmitglieder nach der Rückkehr die Einsatzmedaille der Bundeswehr in Bronze.

Unter dem Kommando von Korvettenkapitän Björn Fischer (36) hatte das Boot mit seiner 42-köpfigen Besatzung am 20. Juni 2016 zusammen mit dem Tender "Werra" ihren Heimathafen verlassen. Gemeinsam bildeten die beiden Einheiten der Deutschen Marine ab Juli 2016 das 4. Deutsche Einsatzkontingent in der EU-geführten Operation "Sophia".

Eigentlich war dafür eine Fregatte vorgesehen. Da die Marine aber einen Mangel an einsatzbereiten Fregatten hat, sprang das 3. Minensuchgeschwader in Kiel mit der "Datteln" ein. Mitte September wurde die "Datteln" dann durch die Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" im Einsatz abgelöst. Die "Mecklenburg-Vorpommern" sollte ursprünglich in den NATO-Einsatzverband 2 in die Ägäis. Dort aber sprang die niederländische Marine kurzfristig mit einer Fregatte ein. So konnte die "Mecklenburg-Vorpommern" die "Datteln" ablösen. 

"Eine großartige Leistung"

Das Minenjagdboot hat rund 12 600 Seemeilen zurückgelegt. Das entspricht mehr als 23 000 Kilometern. "Die Besatzung hat wirklich eine großartige Leistung erbracht", würdigte der Kommandant seine Crew. Nachdem die "Datteln" ursprünglich für eine Abstellung in einen der Minenabwehrverbände der NATO vorgesehen war, erforderte der kurzfristig neu erteilte Auftrag ein völliges Umdenken der gesamten Besatzung. Ausräumen allen  Minenabwehrgerätes, Ausrüsten und Einlagern von Gerät und Material zur Rettung von in Not geratener Personen, Einschiffung von zusätzlichem Spezialpersonal - all das stellte eine Herausforderung für Kommandant und Besatzung dar. Für den Einsatz konnten die Soldaten auch nur ihre Tropenuniformen mitnehmen. Deshalb trat die Mannschaft beim Einlaufen auch in den sandfarbenen Uniformen an. 

Im Rahmen ihres Einsatzes war die "Datteln" an sieben Seenotfällen aktiv beteiligt. Die Besatzung konnte insgesamt 607 Menschen, darunter 91 Kinder, aus Seenot retten. "Die größte Herausforderung war die Konfrontation mit Not und Elend während der Seenotrettungen. Für uns ist und bleibt es unvorstellbar, welche Strapazen die Menschen auf sich nehmen. Meine Besatzung ist in dieser Zeit jedoch als Team fest zusammengewachsen und hat den Auftrag professionell erfüllt", sagt der Kommandant rückblickend. Nach dem anstrengenden Einsatz steht für ihn und seine Crew zunächst ein ausgiebiger Urlaub auf dem Programm.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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