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„Datteln“ und „Werra“ zu Mittelmeereinsatz ausgelaufen

Marine „Datteln“ und „Werra“ zu Mittelmeereinsatz ausgelaufen

Das Minenjagdboot „Datteln“ und das Versorgungsschiff „Werra“ sind am Montag von ihrem Heimathafen Kiel zu einem Einsatz im Mittelmeer ausgelaufen. Etwa 200 Angehörige haben die Soldaten verabschiedet.

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Das Versorgungsschiff „Werra“ ist zu einem Einsatz im Mittelmeer ausgelaufen.

Quelle: Frank Behling (Archiv)

Kiel. Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) würdigte dabei ihren Einsatz: „Sie leisten einen wertvollen humanitären Beitrag und tragen zur Stabilisierung der Situation im Mittelmeerraum bei. Dafür gebührt Ihnen schon jetzt großer Dank.“ Der Minister wünschte bei der Verabschiedung durch den stellvertretenden Kommandeur und Chef des Stabes der Einsatzflottille 1, Kapitän zur See Stephan Haisch, den Besatzungen alle Gute. Er hoffe, dass alle wohlbehalten zurückkehren, sagte Studt.

Die beiden Marineschiffe werden sich in den kommenden Monaten an der „Operation Sophia“ der Europäischen Union beteiligen. Im Mittelpunkt der Mission steht die Rettung in Seenot geratener Flüchtlinge und der Kampf gegen kriminelle Schleuserbanden. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat das Mandat für den EU-Einsatz im Mittelmeer ausgeweitet, so dass auch das UN-Waffenembargo gegen Libyen kontrolliert werden kann.

Nach einem Bericht der „Welt am Sonntag soll das bisherige Einsatzgebiet, das sich in internationalen Gewässern vor Teilen der libyschen Küste befindet, in Richtung östliches Mittelmeer bis hin zur ägyptischen Grenze und südlich vor Kreta deutlich ausgeweitet werden. Darauf hätten sich die zuständigen Botschafter der 28 EU-Mitgliedstaaten geeinigt.

Studt zeigte sich besorgt angesichts der humanitären Situation im Mittelmeerraum und der anhaltenden Schleuserkriminalität: „Nach dem Schließen der Balkanroute und dem EU-Türkei-Abkommen versuchen die Menschen wieder verstärkt über das Mittelmeer zu fliehen. Das ist extrem gefährlich und zeigt, dass wir noch keine echte Lösung für das Flüchtlingsproblem gefunden haben.“

Die Bundeswehr ist derzeit mit fast 400 Soldaten auf zwei Schiffen beteiligt. Am 1. Juli sollen die „Werra“ und „Datteln“ im italienischen Augusta die Aufgaben der Fregatte „Karlsruhe“ und des Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ übernehmen. Dort soll auch ein aus zwölf Soldaten bestehendes Boarding-Team der finnischen Marine an Bord der „Werra“ gehen.

Die beiden Schiffe sollen zwischen Italien und libyschen Hoheitsgewässern operieren. Die „Werra“ hatte sich im vergangenen Jahr bereits vier Monate lang an dem Einsatz beteiligt. Mitte November wird das Schiff in Kiel zurück erwartet. Die „Datteln“ bleibt voraussichtlich länger im Mittelmeer. Ihre Besatzung soll aber nach vier Monaten ausgetauscht werden.

dpa

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Bei einer Rettungsaktion im Mittelmeer ist an Bord des Tenders „Werra“ ein Kind geboren worden. Die hochschwangere Mutter war mit 655 Menschen in mehreren Booten vor der libyschen Küste unterwegs, das teilte der Sprecher der Marine an Bord des Tenders mit.

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