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Delegation wirbt für Kieler U-Boote

Charme-Offensive in Oslo Delegation wirbt für Kieler U-Boote

Es ist ist ein Showdown für einen Milliarden-Deal: Es geht um die Entscheidung über den Neubau von vier U-Booten für die norwegische Marine. Es gibt nur noch zwei Bewerber.

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Das U-Boot „U 36“ ist das modernste der Bundeswehr. Die Kieler Werft TKMS würde gerne sechs Modelle an Norwegen verkaufen und dabei einen französischen Konkurrenten ausstechen. Die Entscheidung fällt zu Beginn des kommenden Jahres.

Quelle: Frank Behling

Kiel/Oslo. Die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und die französische Direction des Constructions Navales Services (DCNS) liefern sich in diesen Tagen in Oslo einen Wettbewerb um den Zuschlag durch die norwegische Regierung. Die Vertreter der Kieler Werft konnten dabei auf prominente Unterstützung setzen.

Unmittelbar vor der Entscheidung für die Vergabe des Auftrags gab es jetzt noch einmal eine Präsentation vor norwegischen Parlamentariern in Oslo. Die Marine hatte dafür Korvettenkapitän Christoph Ploss mit dem U-Boot „U36“ nach Oslo geschickt. Unweit des Parlaments und der neuen Oper machte das modernste deutsche U-Boot im Handelshafen fest. Aus Berlin waren für die Präsentation der Parlamentarische Verteidigungsstaatssekretär Markus Grübel (CDU) sowie Uwe Beckmeyer (SPD) in der Funktion als Maritimer Koordinator der Bundesregierung zusammen mit den schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens und Thomas Stritzl (beide CDU) nach Oslo geflogen. Aus Kiel kam Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD).

Die Botschaft war in diesem Fall klar. Wenige Tage vor der Entscheidung sollte noch einmal ein Zeichen der Unterstützung durch die Politik geschickt werden. Schließlich soll sich das Australien-Debakel nicht wiederholen. Im Vorfeld der Entscheidung der australischen Regierung über den Kauf neuer Boote hatten die TKMS-Konkurrenten aus Japan und Frankreich massiv politische Unterstützung bekommen.

Bei der norwegischen Regierung steht die Entscheidung nun zum Jahresbeginn an. Bei der Deutschen Marine ist die Hoffnung für einen TKMS-Zuschlag groß. Mit der norwegischen Marine gibt es bereits eine enge Kooperation. „Diese Kooperation würden wir gern ausbauen. Sie bringt für beide Seiten sehr viel. Es würde auch bedeuten, das wir militärisch beim Einsatz und Betrieb der U-Boote noch enger zusammenwachsen“, sagte Vizeadmiral Rainer Brinkmann, stellvertretender Inspekteur der Deutschen Marine.

Sollte die norwegische Regierung sich für den deutschen Entwurf entscheiden, besteht in Kiel sogar die Chance für den Bau von sechs U-Booten. Zusammen mit den vier norwegischen U-Booten würde die Bundeswehr auch zwei weitere U-Boote des gleichen Typs bestellen. Gleichzeitig könnte der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg dadurch auch in die Ausrüstung deutscher U-Boote einsteigen.

Dass Norwegens Regierung bei Entscheidungen für Rüstungsdeals durchaus eigene Wege geht, zeigt das letzte Votum bei einem anderen Großprojekt. Am 25. November gab Verteidigungsministerin Ine Eriksen Søreide bekannt, dass der Auftrag zur Anschaffung von fünf neuen Aufklärungsflugzeugen an den US-Konzern Boeing und nicht nach Europa an Airbus geht. Boeing hatte das neue Aufklärungsflugzeug P-8A „Poseidon“ zum Preis von rund einer Milliarde Euro angeboten. „In Norwegen bleibt es immer spannend, bis zum Schluss. Die norwegischen Parlamentarier sind sehr kritisch und hinterfragen alle Details, besonders wenn es um das Geld geht“, sagt ein Teilnehmer der U-Boot-Delegation aus Oslo.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Mit Böllerschüssen und einer Eskorte wurde am Montag das portugiesische U-Boot „Tridente“ bei TKMS begrüßt. Die Kieler Werft soll zwei U-Boote überholen und modernisieren.

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