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Selfie und Delfie identifiziert

Delfine im Video Selfie und Delfie identifiziert

Walforscher Prof. Boris Culik und Freizeitfischer Gerhard Grundl brechen Montagmittag mit dem Boot „Arvor“ in Möltenort zu den Delfinen in der Kieler Förde auf. Ein Fotos, das sie schießen, belegt, dass es sich tatsächlich um die großen Tümmler Selfie und Delfie handelt.

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Zweifelsfrei identifiziert: Selfie hat einen hellen Fleck, Delfie einen kleinen Riss als Merkmal in der Finne.

Quelle: Boris Culik

Kiel. Beide hatten die beiden Tiere, die sich bis vor Kurzem in der Flensburger Förde tummelten, schon am Sonntag gesehen, als sie erstmals in Kiel gesichtet wurden. „Ich war zum Angeln draußen, und auf einmal schwammen sie neben mir“, erzählt Grundl. „Es sind so schöne Tiere, ich war so beeindruckt, dass ich erst ganz vergessen habe, Fotos zu machen!“ ,Darauf ist ein weißer Fleck an der Finne eines der Tiere zu erkennen. Ein Merkmal, das Culik auf Bildern aus Flensburg wiederfand. Trotzdem wollen die beiden die Besucher noch einmal aus der Nähe betrachten.

Doch dieses Vorhaben droht zu scheitern. Ganz ruhig liegt das Wasser, keine Finne, kein Blas in Sicht. Dabei müssen Delfine als Säugetiere alle 60 bis 90 Sekunden zum Atmen auftauchen. Sogar wenn sie schlafen, ist immer eine Gehirnhälte aktiv und veranlasst, dass sie regelmäßig atmen. „Wir müssen Ausschau nach einem Möwenschwarm halten“, empfiehlt Culik. „Die Delfine treiben Heringsschwärme hoch.“ Am Ostufer entlang geht es vorbei an der Schwentinemündung. Auch in Richtung Hörn keine Spur. „Das sieht schlecht aus“ seufzt Kapitän Grundl und wendet. Am Westufer geht es zurück, vor Friedrichsort fragt Culik bei der Besatzung eines britischen Seglers nach. Die Soldaten lachen „Delfine? Ja, zehn Meilen in diese Richtung!“, rufen sie und zeigen zum offenen Meer.

Bilder der Delfine in der Kieler Förde finden Sie hier.

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Nichts deutet darauf hin, dass die Tümmler noch in Kiel sind. „Ich habe beobachtet, wie sie sich bei Frachtern in die Bugwelle gelegt haben“, berichtet Culik. „Dort lassen sie sich mithilfe der Schwerkraft mitziehen und verbrauchen dabei nur so wenig Energie wie im Ruhezustand“, erklärt er. „Wahrscheinlich sind sie so mit einem Frachter rausgetrampt.“ Also zurück in den Hafen. Ein letzter Blick durch’s Fernglas. „Da sind sie!“, ruft Culik plötzlich. Tatsächlich tauchen vor dem Möltenorter U-Boot-Ehrenmal in regelmäßigen Abständen zwei Finnen auf. Schnell sammeln sich Zuschauer am Ufer, Kameras klicken. Selfie und Delfie werden neugierig, sobald sie den Motor hören, kommen zum Boot, tauchen darunter durch. „Wahnsinn!“, ruft Grundl und Culik stellt fest: „Die sind ziemlich groß, bestimmt drei, dreieinhalb Meter!“

Ob es sich bei den Tieren um ein Pärchen handelt, ist weiterhin unklar. „Dazu müssten sie springen und ihre Bauchseite zeigen.“ Es sei auch möglich, dass zwei Jungtiere einen neuen Lebensraum erschließen. Warum sind sie so zutraulich? „Sie sind neugierig und spielerisch veranlagt“, sagt der Experte. Das erfahren auch einige Ruderer, die von Selfie und Delfie springend begleitet werden. „Offensichtlich fühlen sie sich wohl“, sagt der Walforscher.

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Foto: "Selfie" und "Delfie" halten sich seit längerem in der Ostsee auf - seit dem Wochenende sind die Delfine in der Kieler Förde zu Gast.

Walforscher Boris Culik aus Heikendorf ist sich sicher: In der Kieler Förde schwimmen seit dem Wochenende zwei Delfine. Er hat "Selfie" und "Delfie" anhand eines hellen Flecks auf der Rückenfinne identifiziert.

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