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Demo gegen Zustände am RBZ

Kiel Demo gegen Zustände am RBZ

Mit maximal 1500 Teilnehmern hatten die Organisatoren ja gerechnet, dank bestem Wetter und bestens funktionierender Kommunikationswege in sozialen Netzwerken schlossen sich nach Polizeiangaben am Donnerstagmittag dann doch rund 2000 Schüler und Lehrer des Regionalen Berufsbildungszentrums I (RBZ) dem langen Demonstrationszug durch die Innenstadt an.

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Etwa 1500 Berufsschüler demonstrieren am Donnerstag in Kiel für bessere Bedingungen an ihren Schulen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die Ratsversammlung widmete dem Protest gegen Enge, bauliche Missstände und schlechte Lernbedingungen an der größten Schule des Landes mit fast 5000 Schülern sogar eine aktuelle Stunde.

 Immer wieder hatten vor allem Schüler versucht, auf die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände aufmerksam zu machen – vor allem in dem vom RBZ I zwangsweise genutzten Hochhaus am Westring (ehemalige Ludwig-Erhard-Schule). Wie mehrfach berichtet, klagten auch Lehrer dort über stickige Luft aufgrund der aus Sicherheitsgründen nicht zu öffnenden Fenster, über Kopfschmerzen durch vermutete Schimmelbildung, Pfützen im Gebäude nach starken Regenfällen oder über mangelhafte Ausstattung der Räume. Verschärft wurde die Lage noch vor etwa einem Jahr als sich ein weiteres Schulgebäude am Westring völlig unerwartet als einsturzgefährdet und damit als nicht mehr nutzbar erwies.

 „Trotzdem ist in der Zwischenzeit so gut wie nichts geschehen“, sagt Vize-Schülersprecher Daniel Leon-Ihrecke, der die Demonstration mit seinen Kollegen der Schülervertretung organisierte. Man erwarte von der Stadt ja keine Wunder. „Aber zumindest Informationen, wie es denn nun weitergehen soll. So jedenfalls nicht.“ Schulleiterin Elke Grossmann freute sich „sehr“ über die Protest-Initiative der Schüler, um die „unglückliche Lage“ ihrer Schule der Kieler Politik und Verwaltung noch einmal zu verdeutlichen. Denn auch das Kollegium habe „ziemlich große Mühe, seine Geduld zu bewahren.“

 Noch drastischer verdeutlichte die Misere eine in der Ratsversammlung verteilte und in einer aktuellen Stunde von Schülersprechern verlesene Resolution. Schüler und Lehrer klagten über Kopfschmerzen, Atembeschwerden oder allergische Reaktionen. Das Lüftungssystem im Hochhaus sei marode, durch Mängel am Sicherheitssystem musste das Gebäude zeitweise geschlossen werden (wir berichteten). Seitdem sei das Hochhaus nur bis zum sechsten Stock benutzbar. Selbst Bürgermeister Peter Todeskino habe es schon vor Jahren als „Feuchtbiotop“ bezeichnet, „in dem nie wieder Unterricht stattfinden sollte.“

 Tenor der Fraktions-Reaktionen in der Ratsversammlung darauf: Ja, man nehme die Kritik ernst, sei sich der schwierigen Lage am RBZ I bewusst, obwohl die Kieler Berufsschullandschaft grundsätzlich deutschlandweit vorbildlich sei. Nein, man könne die Lage am RBZ I nicht von jetzt auf gleich komplett verbessern. Ja, man wolle trotzdem umgehend prüfen, welche Schritte möglich und finanzierbar seien.

 FDP-Fraktionschef Hubertus Hencke wurde in seiner Kritik an Verwaltung und Mehrheitskooperation konkreter: „Warum ist es nicht gelungen, der Schule zumindest einen Zeitplan zu Verbesserungsoptionen vorzulegen? Wären Sie hier Ihren Verpflichtungen nachgekommen, hätte man sich so eine öffentlichkeitswirksame aktuelle Stunde sparen können.“

 Bildungsdezernentin Renate Treutel stellte zwar Verbesserungen in Aussicht. Bis sie jedoch spürbar seien, könne es „aber noch einige Zeit dauern.“ Noch in diesem Sommer sollen „Verschönerungsarbeiten“ und ein „Übergangsmanagement“ erste Verbesserungen bringen.

 In weiterer Zukunft plane die Stadt den Abriss und Neubau des unbenutzbaren RBZ-Gebäudes, ein weiteres soll komplett saniert werden. Außerdem ändere sich an der Größe der Schule trotz rückläufiger Schülerzahlen nichts.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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