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Engagiert für die Interessen der Älteren

25 Jahre Seniorenbeirat Kiel Engagiert für die Interessen der Älteren

Während in diesem Monat der erste Kinder- und Jugendbeirat der Stadt Kiel gewählt wird, feiert die Interessenvertretung für ältere Menschen, der Beirat für Senioren, sein 25-jähriges Bestehen. Aber rückwärtsgewandt sind seine 24 Mitglieder selbst in diesen Tagen nicht.

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„Wir vertreten die einzige Bevölkerungsgruppe ohne Nachwuchssorgen“: Christine Scheffer und Horst Reyer vom Kieler Seniorenbeirat.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. „Wir vertreten die einzige Bevölkerungsgruppe ohne Nachwuchssorgen“, scherzt Christine Scheffer, stellvertretende Vorsitzende des aktuellen 6. Seniorenbeirates. Horst Reyer, der Vorsitzende des Gremiums, sagt selbstbewusst: „Wir vertreten alle Bürger ab 60 Jahre – zurzeit sind das rund 58000 Kieler. Und es werden laufend mehr.“

Doch diese wachsende Gruppe von alten Menschen ist wahrlich nicht homogen. „Wir unterscheiden grob zwischen zwei Zielgruppen“, erklärt Scheffer. Zum einen die jüngeren Senioren, die aktiv sind und sich auch im Internet bewegen, zum anderen die hochbetagten, inaktiven Menschen ab 80, die weitestgehend zu Hause oder im Heim bleiben. Der Spagat zwischen diesen beiden Gruppen ist nur eine der Schwierigkeiten, mit denen der Beirat zu tun hat. Eine weitere ist die Altersarmut: „Viele Ältere haben kleine Renten“, berichten Scheffer und Reyer. „Allein die Fahrt mit dem Bus in die Stadt und damit die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben ist für sie selten drin.“ Daher sei es seit Jahren das große, bisher unerreichte Ziel des Beirats, ein Seniorenticket für den ÖPNV einzufordern. „Aber wir kämpfen immer noch gegen finanzielle Bedenken“, stellt Reyer nüchtern fest.

Ein Kampf übrigens, der nur mit Argumenten geführt wird. Denn die kommunalpolitische Einflussnahme der Beiräte ist begrenzt. Das Gremium muss von der Verwaltung und Ratsversammlung zwar angehört und informiert werden, hat aber keine direkte Mitsprache. „Im Laufe der letzten 25 Jahre hat sich die Zusammenarbeit mit der Politik und der Verwaltung sehr verbessert“, resümiert Horst Reyer, der zwar erst seit einem halben Jahr Beiratsmitglied ist, sich aber für seine Rede zur Jubiläumsfeier im Rathaus am Donnerstag mit der Geschichte beschäftigt hat. „Während sich die ersten Seniorenbeiräte nicht richtig wahrgenommen fühlten, pflegen wir heute einen guten Kontakt zu den Entscheidungsträgern; unsere Wünsche und Empfehlungen werden oft berücksichtigt.“

Als großen Erfolg wertet der Beirat, dass das Becken des geplanten Schwimmbads an der Hörn auf ihren Wunsch mit einem Hubboden ausgestattet werden soll. Auch sei unter maßgeblicher Mitwirkung des Seniorenbeirats ein „gutes Kulturangebot für ältere Menschen“ geschaffen worden, sagt Christine Scheffer. Vom Seniorenkino in der Pumpe über Ü-60-Partys, Lesungen, Konzerte oder Tanznachmittage gibt es eine ganze Reihe von Angeboten, die speziell für ältere Menschen ausgerichtet sind – mit günstigen Preisen, frühen Anfangszeiten und der Möglichkeit zum Austausch.

Die Mitglieder selbst nutzen diese Angebote auch, ein kleiner Bonbon für die ziemlich engagierten Ehrenamtler. Neben der eher politischen Arbeit ist die Präsenz in den Stadtteilen besonders wichtig. Hier treffen die Beiratsmitglieder auf die Senioren und hier wurden sie für das Amt ausgewählt. Denn gewählt wird der Beirat für fünf Jahre zwar von der Ratsversammlung, aber die Vorschlagslisten kommen von den 18 Kieler Ortsbeiräten.

Die ersten drei Seniorenbeiräte wurden übrigens noch direkt von den Kieler Senioren gewählt. Doch wegen der geringen Wahlbeteiligung von unter drei Prozent wurde das Verfahren geändert. „Der dritte Seniorenbeirat wurde sogar gar nicht gewählt“, hat Reyer noch eine kleine Anekdote parat: „Es gab für 24 Plätze nur 26 Bewerber. Daher hat Oberbürgermeister Norbert Gansel kurzerhand in der Ratsversammlung beantragt, die 70000 DM teure Briefwahl kurzfristig abzusagen und alle Bewerber ins Gremium aufzunehmen.“ Der Seniorenbeirat hat in den 25 Jahren also einiges hinter sich. Da sich viele Mitglieder für mehrere Amtszeiten einbringen, bleiben ihr Wissen und ihre Erfahrungen erhalten. Und diese könnten die Alten nun an die Jungen weitergeben: „Unser Angebot steht“, sagt Christine Scheffer. „Wenn der Kinder- und Jugendbeirat unsere Unterstützung möchte, stehen wir gern zur Verfügung.“

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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