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Der Bahnverkehr im Hafen boomt

Seehafen Kiel Der Bahnverkehr im Hafen boomt

Es brummt im Hafen. Der Umschlag von Gütern mit den Fähren nach Skandinavien und ins Baltikum trotzt weiter der Krise. Einer der Trümpfe ist dabei der kombinierte Verkehr, bei dem der Hafen die Schnittstelle Schiff-Schiene darstellt.

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Die rollende Landstraße erfreut sich steigender Beliebtheit: Der kombinierte Verkehr entwickelt sich seit Jahren rasant.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Container kommen entweder per Zug nach Kiel und werden auf Schiffe verladen oder sie kommen mit den Fähren und reisen per Zug nach Italien oder Rotterdam weiter. „Der kombinierte Verkehr ist eine echte Erfolgsgeschichte für den Kieler Hafen“, sagt Ulf Jahnke, Sprecher des Seehafens.

 2015 wurden erstmals rund 28148 Container und Lkw-Auflieger von den beiden Portalkränen auf Güterwaggons gesetzt oder heruntergehoben – ein Zuwachs um 1703 (6,4 Prozent) gegenüber 2014. Und für 2016 stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Die Schallmauer von 30000 wird angepeilt. Die Halbjahreszahlen waren bereits sehr positiv, wie Jahnke erklärt. Durch den Ausbau des Zugangebots ab Kiel wächst auch das Ladungsaufkommen. Wie sich das Volumen entwickelt hat, zeigt ein Rückblick auf das Jahr 2009. Damals wurden gerade mal 5716 Einheiten mit der Bahn an- oder abtransportiert.

 Den größten Schub brachte die Verlagerung der Frachtlinie der Stena Line von Lübeck-Travemünde nach Kiel 2010. Besonders die Kunden der schwedischen Reederei legen aus Gründen der Nachhaltigkeit großen Wert auf den Bahntransport. Diesem Beispiel folgten dann später andere Speditionen. So wurden auch zwei große Portalkrane angeschafft. Die Investition habe sich gelohnt, wie Jahnke erklärt. Über drei Millionen Euro kosteten die beiden Krane. Der erste Kran wurde im Mai 2013 im Ostuferhafen installiert. Das zweite Gerät kam im Frühjahr 2014 zum Schwedenkai.

 Der Engpass ist beim kombinierten Ladungsverkehr immer noch der Anschluss des Kieler Hafens ans Schienennetz. Der von der DB Netz betriebene Rangierbahnhof Meimersdorf erlaubt nur Züge mit einer Länge von maximal 600 Metern. Erforderlich seien aber 700 Meter, so Jahnke. Die Gespräche über den Ausbau laufen seit Jahren. „Wir hoffen weiter auf einen baldigen Ausbau“, sagt Jahnke.

 Neben dem kombinierten Ladungsverkehr gibt es noch weitere Güter, die per Bahn zunehmend über den Kieler Hafen bis nach Italien rollen. Dazu gehören die gerade über Kiel gerouteten Papiermengen der Schiffe der Reederei SCA und das russische Holz. Aber auch die US-Armee setzt für die Verlegungen von Fahrzeugen ins Baltikum auf die Bahn. „Diese Transporte fließen aber nicht in die Statistik des kombinierten Verkehrs ein. Das ist Stückgut“, sagt Jahnke.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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