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Der Weg für Frauen zum Leben ohne Tabletten

Verein Frauen Sucht Gesundheit Der Weg für Frauen zum Leben ohne Tabletten

Eine Zahl, die alarmiert: Laut Drogen- und Suchtbericht ist die Medikamentenabhängigkeit nach der Tabakabhängigkeit inzwischen das zweitgrößte Suchtproblem in Deutschland. Zwei Drittel der Abhängigen sind weiblich. Eine Aufgabe für den Kieler Verein Frauen Sucht Gesundheit.

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Wenn der Druck zu groß wird: Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland sind medikamentenabhängig.

Quelle: DAK

Kiel. Der Kieler Verein Frauen Sucht Gesundheit will sich deshalb in diesem Jahr verstärkt um das Thema „Frauen und Medikamente“ kümmern. Ab Montag 25. Juli soll es einmal im Monat einen Fachvortrag zu diesem Themenfeld geben. Unterstützt wird die Veranstaltungsreihe vom Kieler Sozialministerium.

 „Wir wollen Frauen helfen, auch schwierige Lebensphasen ohne dauerhafte Tabletteneinnahme zu meistern und zu innerer Stabilität zurückzufinden“, sagt Angela Sachs, Geschäftsführerin des Vereins. „Sollten wirklich Tabletten nötig sein, ist es wichtig, damit verantwortungsvoll umzugehen.“ In die Beratungsstelle in der Holtenauer Straße 127 in Kiel kommen viele Frauen, die unbedacht in die Abhängigkeit geraten sind. „Sie suchen nicht den großen Kick, sie möchten oder müssen einfach weiter funktionieren und leistungsfähig bleiben, obwohl sie an ihre Grenzen stoßen.“ Dabei sei der Griff zur Tablette verlockend, einfach und zunächst oft wirkungsvoll. Angela Sachs berichtet: „Die Nebenwirkungen werden den meisten erst viel später bewusst.“

 Im Unterschied zu anderen Abhängigkeiten verlaufe die bei Medikamenten meist unauffällig und bleibe deshalb über lange Zeit unerkannt, berichten die Fachleute aus der Beratungsstelle. Experten schätzen, dass zwischen 1,9 und 2,3 Millionen Menschen in Deutschland medikamentenabhängig sind. Ein Großteil davon nimmt Beruhigungsmittel wie Tavor und Bromazanil. „Aber auch Schmerzmittel, Abführmittel und Appetitzügler können abhängig machen“, warnt Angela Sachs.

 Die Veranstaltungsreihe in der Beratungsstelle startet am Montag, 25. Juli, 18 Uhr, mit dem Thema „Depressionen: Ursachen, Symptome, Therapiemöglichkeiten“. Diplompsychologin Fernanda Gil wird über Anwendung und Wirkungsweisen von Antidepressiva berichten. Am Donnerstag, 11. August, 18 Uhr, geht es um „Schlafstörungen: Ursachen, Symptome, Selbsthilfemöglichkeiten“. Sozialarbeiterin und Suchttherapeutin Cornelia Lesser ist als Referentin eingeladen. Beim Thema „Angststörungen“ klärt Fernanda Gil auf, wie Angst bekämpfende Medikamente wirken können. Der Termin ist Montag, 26. September, 18 Uhr. Die Reihe endet am Donnerstag, 20. Oktober, 18 Uhr, mit dem Thema „Stress: Wege zu körperlicher und psychischer Stabilität“. Die Referentin ist Birgit Rodemund, Diplompädagogin und Psychotherapeutin.

 Anmeldung unter info@fsg-sh.de oder Tel. 0431/61549. Die Teilnahme an allen Vorträgen ist kostenfrei.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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