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Mann, ist das 'ne Wurst

Der große Currywurst-Test in Kiel Mann, ist das 'ne Wurst

Currywurst ist ein ewiger Klassiker. Zusammen mit unserem Kochprofi Dieter Radde haben wir über den Papptellerrand geblickt und sie bei fünf Kieler Imbissen getestet.

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Wo gibt es in Kiel die beste Currywurst? Wir haben den Test gemacht.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Wo kommen Wurst-Fans auf den Geschmack?

Imbiss am Hornbach

Marco Gentes kennt sie alle. Der Grillmeister vom Imbiss am Hornbach in Gaarden begrüßt seine Stammkunden mit Vornamen: die Mitarbeiter der umliegenden Geschäfte, die zahlreichen Handwerker und natürlich die genervten Ehefrauen nach dem Baumarktbesuch. Sie alle können zwischen drei gegrillten Currywurst-Varianten wählen – der klassischen roten Brühwurst, der Krakauer oder Thüringer. Wir probieren die kräftige Krakauer für 3 Euro. Das würzige Fleisch harmoniert gut mit der Soße – aber die ist leider nicht hausgemacht. „Durch die Verdickungsmittel zieht sie etwas nach und schmeckt einfach zu süß“, urteilt Dieter Radde. „Für den schnellen Hunger nach dem Einkauf ist die Wurst aber völlig in Ordnung.“ Als Geheimtipp empfehlen wir gelbe Curry-Creme-Soße, die uns Marco Gentes zusätzlich ans Herz legt. „Die ist zwar auch aus der Tube, aber vom Geschmack her etwas Besonderes“, bestätigt unser Kochprofi Radde.

Fazit: Standard-Currywurst

 

Bratwoschtglöckle

Mitten im Raisdorfer Gewerbegebiet auf dem Parkplatz des Dänischen Bettenlagers und TK Maxx steht Thomas Dobbek mit seiner mobilen Wurstbude. Der Kieler bietet neben der klassischen Brühwurst (3 Euro) original fränkische Bratwurst (2,50 Euro) als Curryvariante an. Die Wurst wird gebraten, ist grob und kräftig im Geschmack und harmoniert prächtig mit der lockeren, leichten Soße. Thomas Dobbek kocht sie selbst „nach Geheimrezept“, wie er uns versichert. Auch Dieter Radde ist begeistert: „Die warme Soße ist so fruchtig und lecker, die könnte man auch nur mit Brot essen.“ Wer es richtig scharf mag, bekommt eine ordentliche Portion Chilisoße oben drauf – und die hat es in sich. Großen Wert legt Dobbek darauf, dass er seine Würste per Hand und nicht mit der Maschine schneidet. „Alles andere wäre ein Gezippel“, sagt der Budenbesitzer. Unser Kochprofi würde allein schon wegen der Soße eine weitere Anreise in Kauf nehmen. „Thomas Dobbek ist ein echtes Original – so wie seine Wurst.“

Fazit: Currywurst-Bombe

Gute Stube

Anders als in einem herkömmlichen Raststätten-Bistro empfängt Koch Dennis Szodruch seine Gäste in Wellsee in einem überraschend modernen Ambiente. Zur Mittagszeit sind fast alle Tische besetzt. Szodruch bietet die klassische Currywurst aus der Fritteuse für 3,70 Euro an. Sie sieht optisch sehr ansprechend aus. Gelbe Currysoßen-Spritzer ziehen sich über die rote Soße, auch die Farbe der Brühwurst gefällt: schön knusprig gebräunt. Leider täuscht dieser erste Eindruck. „Die Wurst ist geschmacksneutral, und die Soße schmeckt fad. Enttäuschend“, sagt Dieter Radde. Dennis Szodruch räumt ein, dass der Ketchup-Anteil der Soße sehr hoch ist, gibt aber zu bedenken, dass sie auch eine Ingwer-Note enthält. „Leider schmeckt man den Ingwer nicht heraus, obwohl die Idee eigentlich richtig ist. Das täte der Soßenschärfe nämlich gut“, sagt Radde. So aber bleibt der Curry-Klassiker hinter unseren Erwartungen zurück.

 Fazit: Allerwelts-Currywurst

Extrawürste 56

Seit dreieinhalb Jahren verkauft Maximilian Bruhn die wohl exklusivste Currywurst Kiels in der Holtenauer Straße. „Das Fleisch besteht zu 100 Prozent aus Susländer Schwein“, sagt Bruhn. Zur Wurst reicht er ein Sauerteigbrot vom Holzofenbäcker, und die Soße ist natürlich hausgemacht. „Man schmeckt, dass keine Chemie verwendet wurde. Die fruchtige Soße ergänzt sich einfach blendend mit der Currygewürzmischung, die Herr Bruhn hinzugibt“, sagt unser Koch Dieter Radde. Natürlich würde die gegrillte Wurst auch ohne Soße lecker schmecken. Der Clou: Der Schärfegrad wird allein über die hochwertige Currypulvermischung bestimmt. Die Portionsgröße ist zwar klein, „aber von hoher, regionaler Qualität“, sagt Radde. Zwei Würste braucht es jedoch schon, um den größten Hunger zu vertreiben. Sie kosten zusammen 5 Euro (eine 3 Euro).

Fazit: Feinschmecker-Currywurst

 

Imbiss am Willi

Am Wilhelmplatz gibt es original Berliner Currywurst – mit oder ohne Darm für je 2,30 Euro. Bevor Inhaber Michael Mannal die Wurst kurz frittiert, legt er sie zunächst auf den Grill. „Sonst würde sie mir in der Fritteuse platzen“, sagt er. Die Soße ist zwar nicht hausgemacht, „aber insgesamt stimmig. Den Unterschied macht die Worcestersoße, eine braune, englische Würzsoße. Sie wird am Ende zusammen mit dem Currypulver auf der Wurst verteilt, bringt den nötigen Pep und rundet den guten Geschmack ab. Typisch berlinerisch eben“, sagt Dieter Radde. Die Wurst serviert uns Michael Mannal schön kross und ohne viel Chichi. Ein Geheimtipp ist der Imbiss am Willi aber schon lange nicht mehr.

Fazit: Hauptstadt-Currywurst

Von Imke Schröder und Sven Hornung

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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