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"Gorch Fock" als Vorbild für China

Deutsche Marine "Gorch Fock" als Vorbild für China

Die chinesische Marine will bei der Ausbildung des Offiziernachwuchses für Führungspositionen neue Wege gehen. In Guangzhou wird ein Großsegler nach dem Vorbild der "Gorch Fock" gebaut. Für die Ausbildung der Führungskader der chinesischen Marine gibt es außerdem eine neue Schule.

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Die "Shabab Oman 2" wurde 2014 auf der Damen-Werft in Vlissingen (Niederlande) gebaut. Von diesem Schiffstyp bekommt Chinas Marine jetzt auch einen Nachbau. 

Quelle: Frank Behling

Kiel. Was macht der Kommandant eines Segelschulschiffes, wenn sein Arbeitsplatz 21 Monate in der Werft runderneuert wird? „Der Inspekteur hat mich nach China geschickt. Dort gibt es großes Interesse an der Art der Ausbildung, wie wir sie mit der ,Gorch Fock’ betreiben“, sagte Kapitän zur See Nils Brandt. Bei einem Vortragsabend informierte der Kommandant die Mitglieder des Nautischen Vereins zu Kiel am Dienstag über den Stand der Ausbildung des Offiziernachwuchses.

Die Bark der Marine liegt seit Ende 2015 in der Werft. Aber an der Zukunft lässt Brand keinen Zweifel. „Wir wollen das Schiff wieder in Fahrt bringen, weil es der beste Weg ist, junge Menschen auf den Dienst in der Marine vorzubereiten“, sagte Brandt. Diese Art der Ausbildung hat man auch in China entdeckt. „Dort wird jetzt ein Segelschiff gebaut. Die Chinesen haben auch großes Interesse an unseren Erfahrungen“, so Brandt. Aus diesem Grund entwickelt die Marine Chinas ein Konzept, das sich an das der deutschen Marine anlehnt. Nachdem es im vergangenen Jahr erste Kontakte der Befehlshaber gab, sind inzwischen auch die Praktiker eingebunden. „Ich war im März in Peking, wo wir erste Gespräche über dieses Thema geführt haben“, bestätigt Brandt. Inzwischen war auch eine Delegation aus China an der Marineschule Mürwik und bei ihm auf der „Gorch Fock“.

Bei dem eigenen Neubau  setzen die Chinesen auf bewährte Entwürfe aus Europa. „Es handelt sich dabei um ein Schiff, das sich an den Neubauten ,Shabab Oman II’ oder ,Cisne Branco’ orientiert“, sagt Brandt. Die niederländische Damen-Werft hat speziell für Seestreitkräfte ein Segelschulschiff entwickelt. Es dient als Vorbild und wurde im Mai 2016 unter dem Namen „Polang“ in Guangzhou begonnen. Die Abmessungen sind fast identisch mit denen der 2014 für den Oman in den Niederlanden gebauten „Shabab Oman II“ sowie der 1958 gebauten „Gorch Fock“. Auch die Anordnung der Masten und der Decksaufbau ähneln dem deutschen Segelschulschiff. Die inzwischen fast fertiggestellte „Polang“ ist mit 85 Metern vier Meter kürzer als die „Gorch Fock“. Die Chinesen haben für den Bau ihres Segelschulschiffes aber nur 18 Monate gebraucht.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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