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Engpass bei deutschen U-Booten

Deutsche Marine Engpass bei deutschen U-Booten

Das U-Boot "U 35" musste eine Ausbildungsfahrt in norwegischen Gewässern nach nur einer Woche beenden und nach Kiel zurückkehren. Bei der Kieler Werft TKMS liegen damit jetzt vier der sechs U-Boote zur Reparatur. Momentan hat die Marine damit kein einsatzfähiges U-Boot.

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"U35" wurde am Mittwoch mit einem Havarieschaden am Ruder bei der Werft TKMS aus dem Wasser gehoben. Das Boot fällt jetzt mehrere Wochen aus.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Die Deutsche Marine hat einen Engpass bei U-Booten. Mit "U 35" ist in dieser Woche auch das letzte zur Zeit voll einsatzfähige U-Boot nach einer Havarie vor der norwegischen Küste ausgefallen. Wie die Marine in Rostock mitteilte, habe sich die Havarie am Sonntag während einer Testfahrt in norwegischen Gewässern ereignet. Dabei entstand am X-Ruder des U-Bootes ein so schwerer Schaden, dass das Boot mit langsamer Fahrt und in Begleitung des Mehrzweckschiffes "Helmsand" nach Kiel zurückkehren musste. In der Nacht zum Mittwoch machte "U 35" wieder in Kiel fest, wo es am Mittwochmorgen zur Begutachtung bei der Bauwerft TKMS aus dem Wasser gehoben wurde. Werftarbeiter deckten das verbogene Ruderblatt mit Plastikfolie ab.

Eigentlich sollte "U 35" bis Anfang Dezember vor der norwegischen Küste und im Skagerrak an verschiedenen Übungen teilnehmen. Doch daraus wird jetzt nichts. Nach KN-Informationen fällt "U 35" mehrere Wochen aus. Bereits im Juli musste auch Schwesterboot "U 32" von einer Ausbildungsfahrt nach Norwegen vorzeitig nach Kiel zurückgeholt werden, da an Bord ein Schaden an den Batterien aufgetreten war. Bei der Kieler Werft liegen damit jetzt vier der sechs deutschen U-Boote. Darunter auch das seit 2014 ausgefallene Boot "U 31".

Die derzeit eingeschränkte Verfügbarkeit von U-Booten ist nach Mitteilung der Marine unter anderem auf die "unvollständige Herstellung der Versorgungsreife zurückzuführen". Es fehlen schlicht Ersatzteile für die U-Boote. Auf das Herstellen der Versorgungsreifen musste die Deutsche Marine nach eigenen Angaben während der vergangenen 25 Jahre des Abschmelzens mit den einhergehenden Sparzwängen regelmäßig verzichten.

Ein weiterer Baustein ist ein Instandsetzungsrahmenvertrag mit der Werft TKMS, der die Planbarkeit von Werftliegezeiten signifikant erhöhen soll. Diese Maßnahmen zusammen sollen ab November 2018 dazu führen, dass zumindest vier der sechs deutschen U-Boote operativ verfügbar sind.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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