11 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Müllsammelschiff „Seekuh“ in Kiel getauft

Deutsche Seeschifffahrtstage Müllsammelschiff „Seekuh“ in Kiel getauft

Harter Job für die „Seekuh“. Das in Kiel getaufte Schiff soll auf den Weltmeeren Müll einsammeln. Da gibt es viel zu tun. Viele Millionen Tonnen Plastik schwimmen in den Ozeanen. Die „Seekuh“ hat für ihre Einsätze ganz besondere Fähigkeiten.

Voriger Artikel
Neue Inspirationen für die „Alte Mu“
Nächster Artikel
250 Freikarten für die Flüchtlingsparty

Die "Seekuh" in der Kieler Förde.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das neuartige Müllsammelschiff „Seekuh“ ist am Sonntag in Kiel getauft worden. Der Prototyp wurde im Auftrag des Vereins „One Earth - One Ocean“ in Lübeck gebaut. Der rund 250 000 Euro teure Spezialkatamaran soll mit einem zwischen den Rümpfen angebrachten Netz auf der Wasseroberfläche treibenden Plastikmüll aufsammeln. Die Mittel wurden ausschließlich aus Spenden aufgebracht. Die Taufzeremonie fand in Kiel im Rahmen des Deutschen Seeschifffahrttages statt, der am Sonntag nach vier Tagen in Kiel zu Ende ging.

Die knapp sechs Tonnen schwere erste „Seekuh“ ist hauptsächlich für den Einsatz in flachen Küsten- und Binnengewässern vorgesehen. Das Schiff ist zerlegbar und kann per Frachtcontainer zu Einsätzen an jeden Ort der Welt gebracht werden. 2017 soll das zwölf Meter lange und zehn Meter breite Schiff einige Monate lang vor Hongkong eingesetzt werden, bevor es im Sommer in der deutschen Ostsee Müll sammelt und Wasserproben analysiert. Künftige weitere „Seekühe“ sollen auch auf hoher See selbstständig Plastikmüll einsammeln, angetrieben von Wind- und Sonnenenergie.

Das Problem ist gewaltig: Experten befürchten, dass etwa um das Jahr 2050 mehr Plastikteile als Fische in den Meeren schwimmen könnten. Heute sollen sich mehr als 140 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen befinden und jedes Jahr mindestens jeweils acht Millionen Tonnen hinzukommen. Plastik bleibt hunderte von Jahren im Meer und kann als Mikroplastik durch die Nahrungsaufnahme der Fische auch in die menschlichen Nahrungskette gelangen.

Damit sich keine Lebewesen in den Netzen verfangen, fährt die von zwei Außenbordmotoren angetriebene „Seekuh“ im Schritttempo. So können Fische rechtzeitig ausweichen. In Ländern mit viel Müll im Wasser kann das Schiff nach Vereinsangaben täglich mehrmals zwei bis drei Tonnen sammeln.

Nach der Taufe kehrt die „Seekuh“ wieder zum Ausrüstungskai nach Lübeck zurück, damit elektronische Geräte installiert und der Ausbau fertiggestellt werden kann. „Ich bin sehr stolz, nach fünf Jahren der Überzeugungsarbeit nun endlich die „Seekuh“ fertig und im Wasser zu haben, um die Öffentlichkeit auf das dringende Problem des Plastikmülls und des Marine Littering (Meeresverschmutzung) hinzuweisen“, erklärte der Vereinsgründer und Schiffsentwickler Günther Bonin.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3