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Klein-Olympia an Schilksees Küste

Deutsches Sportabzeichen Klein-Olympia an Schilksees Küste

Mit 3,76 Meter hat Emma die geforderte Weite für das Deutsche Sportabzeichen in Gold um mehr als 80 Zentimeter übertroffen. Trotzdem ist sie nicht ganz zufrieden.

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Sportunterricht, der sichtbar Freude macht: Diljan (9), Muhammad (7) und Fynn-Luca (8, von links) aus der ersten Klasse der Fritz-Reuter-Schule in Friedrichsort verglichen sich am Freitag beim 30 Meter Sprint.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. „In der Schule habe ich schon 4,50 Meter geschafft“, sagt die Fünftklässlerin. Lehrer Heiko Oetjens freut sich dagegen mit seinen Schülern über die sehr guten Ergebnisse. Zu welcher Station es als nächstes geht, entscheidet er spontan. „Am besten da, wo wir nicht so lange anstehen müssen.“

"Gold natürlich"

Sportliche Aufregung am Strand von Schilksee. Hunderte Kinder, darunter auch Flüchtlinge, sind an diesem Freitagmorgen am Strand, um das Sportabzeichen zu erlangen. Bei Wind und ohne Regen springen, sprinten und werfen sie in verschiedenen Disziplinen. Ihre Koordination, Ausdauer, Schnelligkeit und Kraft müssen die Schüler für das Abzeichen unter Beweis stellen. Sportlehrer Sven Heinrichsen ist mit seiner siebten Klasse von der Gemeinschaftsschule aus Nortorf angereist. An der Schwimmstation stehen die Mädels und gucken aufs Wasser. Zwischen zwei Bojen müssen die Schüler hin und her schwimmen, um ihre Schwimmfähigkeit zu beweisen. „Ohne Schwimmkenntnisse gibt es das Sportabzeichen nicht“ erklärt Heinrichsen. Sein Schüler Timon Röschmann muss nicht in die kühle Ostsee, er hat sein Schwimmabzeichen dabei. „Ich war schon Kugelstoßen und hab den 50 Meter Sprint gemacht“, erzählt der 13-Jährige. Seine Ambition: „Gold natürlich!“ Als fitter Fußballer hat er diese Ergebnisse bisher in allen Disziplinen erreicht."

Zur Unterstützung der Schüler ist der frühere Weltklasse-Stabhochspringer Danny Ecker mit dabei. Er findet die Mischung aus Wettkampf und Spaß super. „Im Sport lernen die Kinder viele persönlichkeitsbildende Fähigkeiten, zum Beispiel Disziplin. Außerdem bilden sie ihre koordinativen Fähigkeiten aus. Als Erwachsener ist das nicht mehr aufzuholen“, sagt er über die Notwendigkeit von Sport. „Außerdem sind Kinder wesentlich erträglicher, wenn sie ausgelastet sind.“

Stefan Studt spricht ein Grußwort

Beim Schleuderball gibt Ursula Sturm das Startzeichen. Der ehemaligen Sportlehrerin ist es ein persönliches Anliegen, die Jugendlichen für die Sportart zu begeistern. Sie hilft ehrenamtlich als Prüferin mit. „Ich habe Schleuderball früher viel mit den Schülern geübt, da es auch eine gute Voraussetzung für das Diskuswerfen ist“, erzählt Sturm. Auf dem Lehrplan von Frederik Linssen stand Schleuderball noch nie. Er steht zum ersten Mal an der Startlinie. Ursula Sturm zeigt wie es geht. Den Arm drehen, Schwung holen, dann mit Kraft nach vorn schleudern. Nicht die Linie übertreten, nicht drehen. Für den ersten Versuch sind 21 Meter nicht schlecht. Beim dritten schafft er 27. In seiner Altersklasse müsste der Schüler des Regionalen Berufsbildungszentrums Technik mindestens 31,5 Meter schaffen. Da Frederik aber schon Weitsprung absolvierte, was ebenfalls in der Kategorie Koordination zur Wahl steht, zählt das Ergebnis vom Schleuderball für ihn nicht. „Es ist eine gute Idee, das am Strand zu machen. Auf dem Sportplatz herrscht sofort Leistungsdruck, hier ist eine lockere Atmosphäre, das spricht die Leute eher an“, beschreibt Sturm die Stimmung.

Grußworte spricht auch Innenminister Stefan Studt. Er selbst war in den 70-er Jahren aktiver Sportler. Die Pins seiner Sportabzeichen fand er kürzlich beim Aufräumen wieder. Heute spielt er ab und an in einer Hobbygruppe Volleyball. Das Sportabzeichen gleich vor Ort ablegen will er aber nicht. „ Ich warte lieber noch ein paar Wochen, dann bin ich 55“, sagt er lachend, „da fängt die nächste Altersgruppe an.“ Mit 55 muss er beim Hochsprung immerhin fünf Zentimeter weniger überwinden als ein 54-Jähriger. Beim Weitsprung sind es ganze 20 Zentimeter Unterschied.

Von Fatima Krumm und Vanessa Drossel

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