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Diakonie fordert konkrete Ergebnisse

Flüchtlingskonferenz Diakonie fordert konkrete Ergebnisse

Die Diakonie und Nordkirche erwarten vom Flüchtlingsgipfel am Mittwoch, den 6. Mai, konkrete Ergebnisse und Zielvorgaben vor allem zu den Themen Unterbringung, Beratung und Ehrenamt.

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Bischof Gothart Magaard fordert eine stärkere professionelle Unterstützung der Ehrenamtler, die sich um Flüchtlinge kümmern.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel . Bei der Umsetzung der Ergebnisse wollen sich die beiden Organisationen als „größter Partner von ehrenamtlichen Flüchtlings-Projekten in Schleswig-Holstein“ einbringen, teilten Diakonie und Nordkirche am Mittwoch in Kiel mit. Sie formulierten eigene Vorschläge und Forderungen, die sie am kommenden Mittwoch in die Konferenz einbringen wollen.

So sagte der Vorstandssprecher des Diakonischen Werkes, Heiko Naß, die vom Land finanzierte Migrationssozialberatung müsse aufgestockt werden. Die Beratungsstellen helfen schon jetzt Flüchtlingen, stoßen aber zunehmend an ihre Grenzen, wie Naß erklärte. So seien die Berater im ersten Quartal dieses Jahres zu 182 Prozent ausgelastet gewesen. „Sollten wie von der Landesregierung prognostiziert tatsächlich 20 000 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein kommen, würde sich die Lage weiter verschärfen.“ Mindestens 14 weitere Vollzeitstellen seien nötig, um die derzeitigen Berater zu entlasten. Das Land müsste dafür rund 780 000 Euro zur Verfügung stellen. „Das Geld ist hier gut investiert.“

Zudem machen sich Diakonie und Nordkirche für eine stärkere professionelle Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer stark. „Flüchtlingsarbeit ist sehr komplex“, sagte Bischof Gothart Magaard. Die freiwilligen Helfer bräuchten dringend qualifizierte Ansprechpartner. Erfahrungsgemäß seien die Mitarbeiter der Migrationssozialberatung gefragt. Die Nordkirche ist aber auch selbst aktiv geworden und stellt in jedem der neun Kirchenkreise einen hauptamtlichen Flüchtlingsbeauftragten ein, wie Magaard sagte. Sie sollen Gemeinden beraten und unterstützen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Außerdem wurde ein Leitfaden für die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit herausgegeben.

Ein weiterer Vorschlag betrifft die Unterbringung in den Kreisen und Kommunen. Hierfür sollten Mindeststandards definiert und auch eingehalten werden, sagte die Fachbereichsleiterin Integration bei der Diakonie, Doris Kratz-Hinrichsen. Dazu gehören etwa eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und eine gute Erreichbarkeit von Ärzten und sozialen Betreuungsmöglichkeiten. Die Kreise müssten die Asylsuchenden in die Orte verteilen, in denen eine entsprechende Infrastruktur vorhanden ist und nicht nur nach starren statistischen Verteilungsschlüsseln, sagte Kratz-Hinrichsen. Mit dieser Problematik sollen sich auch mehrere Regionalkonferenzen befassen. Die erste ist für den 21. Mai in Heide geplant.

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