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Die Fantastischen Vier

Spitzenköche in Kiel Die Fantastischen Vier

Nach den aktuellen Wertungen der Restaurantführer sind sie die besten Chefs in Kiel und Umgebung. Dementsprechend konkurrieren Mathias Apelt, Mario Brüggemann, Volker Fuhrwerk und Nico Mordhorst in ihren Restaurants um die Gunst der Feinschmecker. Aber sie können auch gemeinsam.

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Küchenkarussell im Kieler Kaufmann (von links): Volker Fuhrwerk (1797), Mario Brüggemann (Neues Weinstein), Mathias Apelt (Ahlmanns) und Nico Mordhorst (Bärenkrug) griffen in die kulinarische Trickkiste.

Quelle: Oliver Stenzel

Kiel. Könnte man nicht ebenso sagen, dass diese Fantastischen Vier den Gourmets an den hiesigen Herden die Möglichkeit bieten, sich spannend ergänzende Küchenstile kennenzulernen? So sehen sie es heute selbst, und aus diesem Grund drehen sie am Sonntag im Kieler Kaufmann erstmals gemeinsam das „Küchenkarussell“, wie es sie es nennen. „Ich freue mich sehr, dass wir nicht mehr nur nebeneinander her kochen, sondern uns jetzt auch austauschen“, betont Apelt als Hauskoch vor den knapp hundert Gästen des Abends. Sein aus Panker angereister Kollege Fuhrwerk nickt. Beide halten im Michelin für ihre Restaurants Ahlmanns und 1797 einen Stern. Der Gault Millau taxiert sie mit 15 Punkten und sieht auch Nico Mordhorst vom Molfseer Bärenkrug auf Augenhöhe.

Das Quartett tickt gemeinsam

Mario Brüggemann, dem der Gusto mit sechs Pfannen ein ähnliches Potenzial bescheinigt, ist der Einzige unter ihnen, der sein Neues Weinstein in der Holtenauer Straße als Selbstständiger betreibt. Dementsprechend bleibt dort an diesem Abend die Küche kalt. „Aber ich habe hier schon einige Stammgäste entdeckt“, freut sich Brüggemann, während er die vorbereiteten Aperos mit Gänseleber-Parfait, Apfel und Kakao kontrolliert, von denen sich Volker Fuhrwerk wenig später einen in den Mund steckt: „Eine erstklassige Kombination“, lautet das Urteil des Sternekochs, der mit einer raffinierten Variation von Kartoffel, Topinambur, Wintertrüffel und Majoranöl für die erste Vorspeise verantwortlich zeichnet, die ihm seinerseits das Lob der Mitköche einbringt. Erklärtermaßen will man sich hier auch voneinander inspirieren lassen. Denn die Zeiten, in denen die Spitzenköche ihre Rezepte im Tresor verwahrten, sind ohnehin vorbei.

Und so steht das Quartett wenig später als ein im gleichen Takt tickendes Team am Pass, kombiniert Apelts Zander genauso zielsicher mit Löwenzahn, wie es Mordhorsts Damwildpraline mit Wacholderjus zusammenführt. „Geschafft“, entfährt es diesem, als der letzte Teller angerichtet ist und der Service bereits die erste Begeisterung von draußen vermeldet. Die Gäste, da sind sich alle einig, seien wichtigste Feedbackgeber und größte Bestätigung. Dass unter ihnen einer bei jedem Gang verlässlich nachfragen lässt, ob da auch wirklich keine Meeresfrüchte mit im Spiel seien: ein Grund zum solidarischen Schmunzeln.

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